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Artikel getaggt mit ‘bamberg’

Bamberger Presselandschaft

Die Bamberger Presselandschaft ist vielfältiger, als man denkt; beim Herumstöbern gerade gefunden: Die Internetseite der Puppenbühne Herrnleben. Selbstcharakterisierung der Verantwortlichen: “Die meisten Artikel auf dieser Website behandeln aktuelle Themen aus und um Bamberg sehr kabarettistisch und satirisch. Ähnlichkeiten mit Personen und Persönlichkeiten der Stadt sind machmal zufällig, manchmal auch Absicht. Ernst meinen wir es nur mit den Veranstaltungsterminen.” Ein Abstecher auf diese Seite lohnt sich m.E. allemal: http://news.figurenkabarett.de/. Besonderes Kennzeichen: unzählige Dementis. Studis könnten aus diesem Genre vielleicht eine intelligente Prüfungsstrategie entwickeln?

Einfach Lospaddeln …

In Bamberg scheint es für Neulinge ganz leicht zu sein, erste einschlägige Erfahrungen zu machen. Beim wöchentlichen Faltboot-Treff für interessierte Neuling stellt der Club das ganze Material. Zu den Details vgl. meinen Artikel in der Bamberger Online-Zeitung: http://www.bamberger-onlinezeitung.de/2012/04/29/paddelsport-in-freak-city/

Gibt es in Bamberg kommunalpolitisch interessierte Studierende?

Ich fände es sehr schön, wenn man diese Frage bejahen dürfte – und noch besser wäre es, wenn man hinzusetzen dürfte: „und gar nicht knapp!“

Entsprechend interessierte Leute sollten sich zusammenfinden, sich über aktuelle Prozesse (z.B. der Stadtentwicklung) informieren und diese diskutieren, dazu publizistisch Stellung nehmen, ein Programm formulieren und sich innerhalb etablierter oder vielleicht noch besser als eigene politische Gruppierung „StudentInnen für Bamberg“ engagieren. Passauer Studenten haben es vor einigen Jahren erfolgreich vorgemacht: ihre Gruppierung brachte über Jahre hinweg Vertreter in den Stadtrat und besaß dort ein beachtliches Gewicht. Junge Soziologen, Geographen, Kunstwissenschaftler, Denkmalschützer, Pädagogen, Orientalisten usw. usw. besitzen eine Menge Kompetenzen, die dieser Stadt und diesem Stadtrat gut bekommen würden. (Wer fürs Erste an einer kleinen einschlägigen Journalisten-Runde interessiert wäre, kann sich an mich wenden!)

,Bamberger Reiter’ auf dem Schönleinsplatz (Bamberg für Alt- und Neubürger 3)

  Im 19. Jahrhundert war es europaweit üblich, regierende Herrscher und Feldherren durch Reiterstandbilder (vgl. die Geschichte des Wiener Heldenplatzes) zu verherrlichen. Diesem Brauch entsprechend erhielt auch der bayerische Prinzregent Luitpold 1899 in Bamberg ein repräsentatives Denkmal, das heute den Schönleinsplatz ziert.  Zunächst hatte man es auf dem Domplatz aufgestellt, bald aber in einem Depot versteckt, als feudale Autoritäten aus der Mode kamen. Nun steht es weithin sichtbar an prominenter Stelle im Stadtbild und gilt lustiger Weise nicht wenigen Touristen und Neubürgern (aber durchaus auch Altbürgern, wie ich aus eigener Erfahrung weiß!) als DER Bamberger Reiter. Vgl. allgemein zum Genre des Reiterstandbilds http://de.wikipedia.org/wiki/Reiterstandbild.

Bierkritik (Bamberg für Alt- und Neubürger 2)

Dass Bamberg eine wunderbare Universität und kaum Parkplätze hat, ist weithin bekannt, vielleicht auch noch, dass hierzulande (zumindest für deutsche Verhältnisse) ganz passabel Basketball gespielt wird. Neubürger sollten sich darüber hinaus möglichst schnell an den Gedanken gewöhnen, dass sozialer Status in Bamberg nicht zuletzt an der Befähigung gemessen wird, verständig mit Bier umzugehen, was eine gepflegte Kommunikation über den Gerstensaft einschließt. Beim Erwerb des dafür benötigten einschlägigen Wissens helfen nicht nur die preisgünstigen Produkte der zahlreichen Brauereien von Stadt und Umland, sondern auch das qualifizierte Bierkritik-Portal www.1000getraenke.de, das ich allerseits zur gefälligen Beachtung und gelegentlichen aktiven Unterstützung empfehle. (Die Lektüre dieser Seiten dürfte m.E. auch patriotisch gesinnten Altbürger gefallen, da die einheimischen Hopfen-und-Gersten-Produkte überwiegend hervorragend bewertet werden!)

Eine der schönsten Bamberger Großplastiken (Bamberg für Alt- und Neubürger 1)

Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, kam in den Metropolen des 19. Jahrhunderts auf, um der wilden Plakatierung entgegenzuwirken. Der Berliner Drucker Ernst Litfaß schlug den städtischen Behörden vor, Säulen aufzustellen, an denen die Menschen ihre Plakate anbringen konnten. Nach langwierigem Hin und Her genehmigte 1854 endlich der Polizeipräsident Karl Ludwig von Hinkeldey die Aufstellung sog. „Annoncier-Säulen“, für die Litfaß in Berlin ein bis 1865 gültiges Monopol erhielt. Bamberg schönste „Annoncier-Säule“ steht zweifelsohne am Eingang der Langen Straße und lässt sich am Besten vom Café Rondo aus bestaunen. Herr Goldmann sollte sie unbedingt in seinen Skulpturenweg einbauen! (Wann kriegt sie endlich eine Briefmarke?) Literatur: Steffen Damm: Ernst Litfaß und sein Erbe. Eine Kulturgeschichte der Litfaßsäule. Berlin: Borstelmann & Siebenhaar, 2005.

Lichtverschmutzung (2): Sylvester, Kunst und Dreck

Angeregt durch die fleißigen Kommentare zu meinem Artikel vom Neujahrtag nachfolgend ein paar Thesen zum Verhältnis von Feuerwerk und Skybeamer bzw. Kunst und Dreck.

a) Vorbemerkung: Ich habe ein ausgesprochen positives Verhältnis zu Feuerwerken im Allgemeinen und zum Sylvesterfeuerwerk im Speziellen, obwohl ich in letzter Zeit dazu nicht mehr aktiv beitrage. (Das ist eine – wie mir sehr bewusst ist  – problematische, in früher Kindheit erworbene Disposition, die vielen Tierbesitzern, Verbrennungsopfern und Feuerwehrleuten zu Recht nicht sympathisch sein wird, die ich auch nicht rational rechtfertigen kann, sondern hier einfach mal offen lege, um Missverständnissen der weiteren Argumentation vorzubeugen.) Feuerwerke wurden in früheren historischen Epochen als Kunstformen praktiziert und gelten auch heute noch anderenorts als solche. Ich selber tendiere sehr stark dazu, Feuerwerk als Kunstform wahrzunehmen, wobei es natürlich – wie bei Musik, Literatur, Malerei, Architektur oder Gartengestaltung – immer gelungene und misslungene, gute und schlechte Erscheinungsformen dieser Kunst geben kann.

b) These: Wenn ein Kommentar zu meinem Neujahrsartikel meint, in der Sylvesternacht mache das Feuerwerk soviel Dreck, dass es lächerlich sei, den Einsatz von Skybeamern zu kritisieren (die doch keinen „Dreck“ machten), zeigt sich darin m.E. ein sehr oberflächliches Verständnis der Situation, die ich pointiert vielleicht so charakterisieren möchte: Feuerwerk macht Dreck, Skybeamergefunzel ist Dreck.

c) Erläuterung: Dass ein Sylvesterfeuerwerk ordentlich Dreck macht, ist unstrittig: man kann diesen Dreck in der Sylvesternacht riechen und am Neujahrsmorgen auch überall auf den Straßen und in den Vorgärten sehen. Aber man („man“ sind hier jene vielen Leute, die ihn produzieren oder am Feuerwerk zumindest Gefallen haben) nimmt diesen Dreck als Begleiterscheinung einer als „schön“ empfundenen Sache billigend in Kauf; und dies umso leichter, als bekanntlich nur einmal im Jahr Sylvester ist und sich das laute bunte Spektakel im Kern auf eine halbe oder dreiviertel Stunde einschränkt. Dass ein Feuerwerk viele (wenngleich sicherlich nicht alle) Menschen in seinen Bann zieht, hat mit den komplexen und spektakulären sinnlichen Erfahrungen zu tun, die es uns bietet. Mit seinen Überraschungsmomenten. Mit seiner Vielfältigkeit. Mit seinen kleinen und großen Strukturen. Mit der Möglichkeit, seinen Erscheinungsformen auf unzählige Arten SINN zuzuschreiben. Dafür hier nur ein Beispiel: Ein Lichtpunkt steigt auf, entfaltet sich zu einer prächtigen Blüte, steht einen Moment im Zenit, verwandelt sich in glitzernde Sterne, sinkt und verglüht – ein Sinnbild menschlicher Existenz. Solche Eigentümlichkeiten machen ein Feuerwerk „schön“ und qualifizieren es – zumindest potentiell – zu einem Kunstobjekt.

Was leistet dagegen ein Skybeamer (vom Typus jener am Wellcome Hotel)? Seelenlos-monoton bestreicht er mit seinen paar grellen laserartigen Strahlen den Nachthimmel, stundenlang im immer gleichen Rhythmus, ein optischer Rasensprenger ohne dessen sinnvolle Funktion. Stumpfsinnige Redundanz. Wenn ich das als „Dreck“ bezeichne, benutze ich dieses Wort nicht ästhetisch-wertend, sondern informationstheoretisch-beschreibend: der Skybeamer produziert nichts als „optisches Rauschen“ = „Lichtverschmutzung“, umgangssprachlich „optischen Dreck“. Dass er dabei nicht auch noch stinkt oder schmutzige materielle Teilchen produziert, gebe ich gerne zu, versöhnt mich aber nicht mit ihm.

d) Zusatzbemerkung: Nebenbei zerstört der Skybeamer durch sein optisches Rauschen den „Malgrund“ für die Kunstform des Feuerwerks, den schwarzen Nachthimmel. Deswegen haben Skybeamer gerade in der Sylvesternacht nichts am Himmel verloren!

e) Ich bitte sich kurz vorzustellen, dass weitere Bamberger Kneipen, Diskos und Event-Veranstalter Skybeamer nett finden, und nicht nur in der Sylvesternacht …

Nachtrag vom 19.1.2012: Was man mit Licht und Skybeamern anstellen kann, wenn man darf wie man will, zeigt das Bild einer chinesischen Metropole: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-77532.html

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