Lehrveranstaltungen
Wintersemester 11/12
Vorlesung: Über Bäume und das besondere Verhältnis der Deutschen zum Wald
Zeit und Ort: Di 12:15-13:45, U5/024
Inhalt: Tacitus begründete den Mythos vom deutschen Wald und der besonderen Beziehung der Germanen zu ihren Bäumen. Die Romantiker bauten den Ruf der Deutschen als „Waldvolk“ aus und schufen die Grundlage für vielfältige politische Instrumentalisierungen jener vorgeblichen oder auch tatsächlichen Verbundenheit, die auch den Untergang des nationalsozialistischen Regimes auf wundersame, gleichwohl der kulturwissenschaftlichen Analyse und Deutung zugänglichen Weise überlebte. Das romantische Waldgefühl war eine schöpferische Leistung intellektueller kunstaffiner Eliten, um Sehnsuchtsziele und Identitäten zu konstruieren und Verletzungen bzw. Verlusterfahrungen der Moderne zu kompensieren. Daneben gab und gibt es aber auch ein anderes „Wald- und Baumwissen“, das dem Erfahrungsschatz der körperlich arbeitenden Klassen, der Ärzte und Kleriker entstammt und auch Eingang in die deutsche Literatur gefunden hat. Meine Vorlesung wird sich botanischen, mythologischen, wirtschaftlichen, politisch-ideologischen und ästhetischen Aspekten des Themas widmen. Die einzelnen Einheiten der Vorlesung werden einerseits dem „Wald“, andererseits einzelnen Bäumen gewidmet sein, wobei die Argumentationslinie in der Regel von der Botanik über die Mythologie und das Volksbrauchtum zur literarischen Funktionalisierung einschlägiger Motive vorwiegend in kanonischen Texten der deutschen Literaturgeschichte verlaufen wird.
Zur einführenden Orientierung eignet sich Albrecht Lehmanns Essay „Waldbewusstsein und Waldwissen in Deutschland“: http://www.buergerimstaat.de/1_01/wald01.htm
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Vorlesung: Geschichte der neueren deutschen Literatur I: 1500-1789
Zeit und Ort: Mi 12:15-13:45, U7/105
Inhalt: Diese Vorlesung eröffnet einen Zyklus von vier Überblicksvorlesungen zur Geschichte der neueren deutschen Literatur. Sie wendet sich an alle Studierenden der Germanistik und behandelt die folgenden Themenkreise:
1. Einleitende Bemerkungen zur Vorlesung; Überblick über die Gesamtepoche der frühen Neuzeit; Überblick über das 16. Jh. im Besonderen.
2. Humanismus, Meistersang, Narrenliteratur, Volksbücher.
3. Martin Luther, protestantisches Kirchenlied, Predigerliteratur.
4. Dramatische (Schuldrama, Jesuitendrama) und erzählende Literatur (Fabel, Schwank, Reisebeschreibungen, Satiren, Amadis, Fischart, Wickram) des 16. Jahrhunderts.
5. Überblick über das 17. Jh. Absolutismus, Kameralismus, Barockbegriff, Rhetorik, Sprachgesellschaften.
6. Poetologie (Opitz); Barockroman: Schelmenroman, Schäferroman, heroisch-galanter Roman, Utopie.
7. Barockdrama.
8. Weltliche und geistliche Lyrik des 17. Jahrhunderts (rhetorisch-emblematische Struktur).
9. Überblick über das 18. Jh. (Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang). Zentren der literarischen Produktion. Aufklärungsbegriff. Poetologische bzw. ästhetische Debatten (Gottsched, Bodmer/ Breitinger, Lessing).
10. Lehrhafte Dichtung: Moralische Wochenschriften, Fabeln, Satiren, Dramen.
11. Repräsentative Dramentexte verschiedener Genres.
12. Ausgewählte Gedichte des 18. Jahrhunderts von Brockes, Haller, Klopstock; Anakreontik, Sturm-und-Drang-Lyrik.
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Hauptseminar: Genres des populären Liedes im 19. und 20. Jahrhundert
Zeit und Ort: Do 10:15 – 11:45, U5/117
Inhalt: Das Seminar wird sich in einer kurzen ersten Phase mit Geschichte und Genrebegriffen des populären Liedes (Gassenhauer, Couplet, Operettenarie, Wiener Lied, Schlager usw.) auseinandersetzen sowie Grundzüge und Rahmenbedingungen der Gattungsentwicklung im Zeitraum zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und Zeitalter moderner Popmusik aufzeigen. Sodann sollen diese Erscheinungsformen und Entwicklungen anhand geeigneter Beispiele eingehend analysiert und interpretiert werden. Eine Themenliste liegt bei Frau Heger aus.
Empfohlene Literatur:
Puppchen, du bis mein Augenstern. Deutsche Schlager aus vier Jahrzehnten. Hrsg. von Lutz-W. Wolff. München: dtv, 1981 ff.
Zur ersten Vorbereitung: Melodien für Millionen. Das Jahrhundert des Schlagers. Begleitbuch zur Ausstellung im Hause der Geschichte der BRD Bonn […]. Hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der BRD Bonn. Bonn, Bielefeld und Leipzig: Kerber, 2008.
Zur Vertiefung: Peter Wicke: Von Mozart zu Madonna. Eine Kulturturgeschichte der Popmusik. Leipzig: Kiepenheuer, 1998.
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Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Zeit und Ort: Mi 10:15-11:45, U5/217; das Seminar findet 14-täglich statt, dazu kommt – bei Bedarf – ein Wochend-Blockseminar. Beginn ab dem 26.10.2011.
Inhalt: Das Seminar wendet sich an alle Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlussarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
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Sommersemester 2011
Vorlesung: Einführung in die Literaturvermittlung
Zeit und Ort: Di, 12:00 – 14:00, U5/024 (V; 2 SWS; ECTS: 4)
Inhalt: Die Vorlesung bietet eine Einführung in Gegenstands- und Arbeitsbereiche der Literaturvermittlung. Sie berührt damit folgende Themen: Buchhandels- und Lesergeschichte, Theorie literarischer Wertung, Geschichte der Literaturkritik, Struktur eines Buchverlags, Bibliothekswesen, Literatur im öffentlichen Raum.
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Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Zeit und Ort: Mi, 12:00 – 14:00, U7/105 (Beginn: 11.5.2011, 14-tägliches Seminar + Wochenend-Block)
Inhalt: Das Seminar wendet sich an alle Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
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Hauptseminar: Komödien des 18. und 19. Jahrhunderts
Zeit und Ort: Do, 10:00 – 12:00, U5/117 (S/HS; 2 SWS; ECTS: 8)
Das Seminar wird sich in einer kurzen ersten Phase mit den Begriffen der Komödie und des Komischen auseinandersetzen sowie Grundzüge und Rahmenbedingungen der Gattungsentwicklung in den mehr oder minder von bürgerlichen Ideologien geprägten Epochen des 18. und 19. Jahrhunderts aufzeigen. Sodann sollen diese Entwicklungen anhand konkreter Beispiele aus unterschiedlichen Komödien-Genres (gerne auch aus dem Musiktheater) eingehend untersucht werden. Vorschläge für Referate können während der Semesterferien mit einem knappen Exposé (1 Seite) im Sekretariat von Frau Heger eingereicht werden.
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Hauptseminar: Lesen: Geschichte und Theorie
Zeit und Ort: Mi, 10:00 – 12:00, U5/217 (HS; 2 SWS; ECTS: 8)
„Lesen ist Handeln von Menschen, die in der kognitiven Dimension des Lesens aus einem Text Sinn bilden und in seinen sinnlichen und emotiven Dimensionen sich durch ihr Tun ein Erleben selbst bereiten.“ (Erich Schön) Lesen, unterschiedliche Lese-Erfahrungen, die Infrastruktur zur Ermöglichung von Lese-Erfahrungen, historische Wandlungen der Lesekultur, Thematisierungen des Lesens in der schönen Literatur: all dies und vieles mehr wird uns gleichermaßen interessieren. Das Seminar soll das komplexe Thema des Lesens für wissenschaftlich wie praktisch interessierte Teilnehmer wenigstens ansatzweise überschaubar machen. Vorschläge für Referate können während der Semesterferien mit einem knappen Exposé (1 Seite) im Sekretariat von Frau Heger eingereicht werden.
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Wintersemester 10/11
Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Zeit und Ort: Mi 12:00 – 14:00, U7/105 (Beginn: 27.10.2010, 14-tägliches Seminar + Wochenend-Block)
Inhalt: Das Seminar wendet sich an alle Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
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Hauptseminar: Literarischer Darstellungen von Schamsituationen
Zeit und Ort: Mi 10:00 – 12:00, U5/217
Inhalt: Scham ist ein heftiges unangenehmes Gefühl tiefer Verunsicherung, Verlegenheit oder Bloßstellung. Die Situationen, in denen dieses Gefühl auftritt, sind kulturell variabel und äußerst vielfältig: Beschämung kann durch Verletzungen der Intimsphäre erzeugt werden, aber auch auf dem Bewusstsein beruhen, sozialen Erwartungen durch unehrenhafte, unanständige oder erfolglose Handlungen nicht entsprochen zu haben. Darüber hinaus sind aber viele andere soziale Konstellationen belegt, die Schamgefühle auslösen. Diese Emotionen sind in der Regel von vegetativen Erscheinungen wie Erröten oder Herzklopfen begleitet und ziehen typische Reaktionen wie das Senken des Blickes nach sich. Die Intensität der Empfindung reicht von der flüchtigen Anwandlung bis zur tiefsten Beklommenheit und geradezu tödlichen Scham. Interessant sind auch solche Fälle, in denen bestimmte Personen kein Schamverhalten zeigen, obwohl ein solches für neutrale Beobachter eigentlich erwartbar wäre; gelegentlich setzt hier – kompensatorisch? – bei manchen Zeugen der Situation ein sog. ,Fremdschämen’ ein. Im Seminar sollen medial dargestellte und erzeugte Scham-Situationen vor dem Hintergrund einschlägiger soziologischer, psychologischer und anthropologischer Theorien analysiert und diskutiert werden.
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Hauptseminar: Mythenrezeption in der deutschsprachigen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
Zeit und Ort: Do 10:00 – 12:00, U5/117
Inhalt: Mythen sind Erzählungen, die einen nicht beweisbaren, aber doch kollektiv wirksamen Sinn stiften. Die Explikation dieses Begriffs bzw. der dahinter stehenden Sachverhalte ist äußerst komplex und fällt in die Zuständigkeit mehrerer wissenschaftlicher Disziplinen. Historisch fand der Mythos unterschiedliche Bewertungen. Während z.B. die Aufklärung im Mythos nicht mehr als ein älteres, nun aber überholtes Modell der Welterklärung sehen konnte, rehabilitierte ihn Hans Blumenberg wieder im 20. Jahrhundert: Für ihn sprechen sich im Mythos existenzielle Grunderfahrungen aus, die den Menschen überfordern. Das „Narrativ“ des Mythos lehre einen Umgang mit diesen Situationen und stelle somit eine „Entlastungsfunktion“ (Arnold Gehlen) für den Menschen dar. Dabei könne die Erzählung des Mythos nicht in eine klare, nicht-bildhafte Sprache übersetzt werden. Gerade seine poetische Polyvalenz gebe ihm seinen Reichtum und mache seine Interpretierbarkeit und Anwendbarkeit (im Sinne eines Nachvollzugs) in unterschiedlichsten Krisensituationen möglich.
Die Literatur hat sich diese Potenz des Mythos in vielfältiger Form angeeignet. Im Seminar sollen an verschiedenen Beispielen (mein Vorschlag, noch zu verändern bzw. zu ergänzen: Medea-Zyklus, Minotaurus-Labyrinth-Ikarus-Zyklus, Orpheus-Mythos, evtl. auch Herakles-/Odysseus-/Helena-Mythen) entsprechende Rezeptionsprozesse verfolgt werden. Referatabsprachen können ab sofort getroffen werden.
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Vorlesung: Dichter und Dichtungen der ‘leichten Muse’ im 19. und 20. Jahrhundert: Volkstheater, Operette und Schlager als Ausdruck sozialer, politischer und kultureller Konstellationen
Zeit und Ort: Di 12:00 – 14:00, U5/024
Inhalt: Im Zentrum dieser Vorlesung wird die Geschichte des deutschen Schlagers stehen, der – zunächst nur als Begriff – nach 1850 in Wien als Bezeichnung für textierte Musiknummern in Operetten, die einen ,durchschlagenden’ Erfolg hatten, aufgekommen ist. Solche Musikstücke verselbständigten sich nicht selten mit dem Erfolg, so dass um 1900 sich schließlich die Erfolgsbezeichnung zur Gattungsbezeichnung gewandelt hatte. Unter maßgeblichem Einfluss der Musikindustrie und Massenmedien (u.a. auch: Rundfunk, Film und Fernsehen) wurde in der Folge immer wieder versucht, von vornherein musikalische Einzelstücke in Erfolgsabsicht herzustellen. Der Schlager füllt hinfort auf dem Felde der Popularmusik ein Vakuum zwischen absterbender Volksmusik und zunehmend esoterischer Kunstmusik aus; in dieser Form überschneidet er sich (mehr oder minder) mit Volkslied, Gassenhauer, Bänkelsang, Liedermacherproduktion, Song und Chanson. Dabei ist er als kommerzielles Massenprodukt eng mit den gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und technologischen Entwicklungen der modernen Industriegesellschaft verbunden. Ohne ihren jeweiligen historischen Hintergrund bleiben uns heute viele Schlager(texte) weitgehend unverständlich. Das Genre biete insofern einen interessanten Einstieg in die Kulturgeschichte des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts.
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Sommersemester 2010
Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Inhalt: Das Seminar wendet sich an alle Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
Hauptseminar: Kleist
Inhalt: Kleists ebenso rätselhafte wie faszinierende Werke beleuchten und kommentieren krisenhafte politische und soziale Zeiterscheinungen (Krieg und Gewalt, Familie und Staat, Geschlechterverhältnisse, Gerechtigkeits- und Erkenntnisfragen usw.) aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei sie Diskurse und Vertextungsverfahren von Aufklärung, Klassik und Romantik aufnehmen. In dieser Lehrveranstaltung sollen bedeutende Dramen, Erzählungen und Essays Kleists vorgestellt, interpretiert und in ihre ästhetischen sowie historischen Kontexte eingeordnet werden. Damit erschließt das Seminar einen Zugang nicht nur zu Kleists Denken, sondern auch zu vielen interessanten kulturwissenschaftlichen Diskursen seiner Epoche.
Vorlesung: Einführung in die Literaturvermittlung
Inhalt: Die Vorlesung bietet eine Einführung in Gegenstands- und Arbeitsbereiche der Literaturvermittlung. Sie berührt damit folgende Themen: Buchhandels- und Lesergeschichte, Theorie literarischer Wertung, Geschichte der Literaturkritik, Struktur eines Buchverlags, Bibliothekswesen, Literatur im öffentlichen Raum.
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Wintersemester 09/10
Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Inhalt: Das Seminar wendet sich an alle Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
Hauptseminar: Musik als Thema literarischer Texte
Inhalt: Anknüpfend an meine Vorlesung „Begegnungen zwischen Musik und Literatur“ vom letzten Wintersemester sollen in diesem Hauptseminar intermediale und interdiskursive Funktionen der Thematisierung bzw. strukturellen Aufnahme musikalischer Elemente in literarischen Texten näher untersucht werden. Besprochen werden sollen Erzählungen, Romane und Dramen von Tieck und Wackenroder, E.T.A. Hoffmann, Eduard Mörike, Nestroy, Richard Wagner, Thomas Mann, Bertolt Brecht, Gert Jonke, Hans-Ulrich Treichel u.a., aber auch lyrische Gedichte, die musikalische Bauprinzipien übernehmen.
Hauptseminar: Theorietexte zum Spatial Turn
Als spatial turn wird seit Ende der 1980er Jahre ein Paradigmenwechsel in den Kultur- und Sozialwissenschaften bezeichnet, der den Raum als kulturelle Größe wieder wahrnimmt (und gegenüber der Zeit stärker fokussiert). In diesem Zusammenhang kursieren auch die Begriffe “topographical turn” und “topological turn” mit leicht unterschiedlichen Bedeutungen. Im Verlauf der Lehrveranstaltung sollen einschlägige Theorietexte rezipiert und kritisch diskutiert werden. Schließlich wäre zu fragen, ob und inwieweit dieser methodische Ansatz für die Literaturwissenschaft nutzbringend anzuwenden wäre. Über das Korpus der zu lesenden Texte werden wir uns in der ersten Seminarsitzung verständigen.
Übung: Geschichte des Buch- und Bibliothekswesens
Inhalt: Die Lehrveranstaltung vermittelt eine Vorstellung von der Geschichte des sog. „Literaturbetriebes“, d.h. des sozial-, wirtschafts-, medien- und institutionsgeschichtlichen Hintergrundes der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dabei wird ein Kernbereich des Diplomschwerpunktes „Literaturvermittlung“ aufgearbeitet; gleichwohl steht das Seminar auch Studierenden anderer Studiengänge offen.
Vorlesung: Die Oper im Kontext des europäischen Theaters seit 1600
Inhalt: Oper ist die Sammelbezeichnung für eine dramatische Gattung, in der Wort, Musik sowie szenische Darstellung miteinander verknüpft werden. Die um 1600 im Rahmen der humanistischen Rückbesinnung auf die Antike zur Gattung des ›dramma in musica‹ verfestigte Form unterscheidet sich von vielfältigen Vorläufern des 16. Jh. nur graduell. Im Unterschied zu den musikalisch ausgestalteten Schauspielaufführungen bleibt in der Oper der Anteil der Musik nicht auf Einlagestücke beschränkt, im Gegensatz zur Madrigalkomödie ist die szenische Realisierung konstitutiv. In den ersten herausragenden Werken wie Dafne (UA Florenz 1597) oder L’Orfeo (UA Mantua 1607) wird der Text des Dramas ausnahmslos in der neuen Form des Rezitativs gesungen. Im Lauf der Entwicklungsgeschichte der Oper wechselt die Gewichtung von Rezitativ, gesprochenem Text, gesungenem Text in meist geschlossenen ›Nummern‹ (Arien, Ensembles und Chöre), rein instrumentaler Musik sowie Tanz je nach historischem und regionalem Kontext.
Aus soziologischer Sicht gehören die frühen Opern bis hin zum ersten deutschsprachigen, nur im Libretto überlieferten Beispiel Dafne (Text: Martin Opitz, Musik: Heinrich Schütz. UA Torgau 1627) noch dem höfischen Festspiel an und bleiben an dessen einmaligen Aufführungsanlass gebunden; erst mit der Gründung eines jedem zahlenden Besucher offen stehenden Opernhauses in Venedig 1637 beginnt eine Entwicklung, in der sich die überragende gesellschaftliche Bedeutung der Oper für die folgenden Jahrhunderte abzeichnet.
Es wird Ziel der Vorlesung sein, diese Entwicklung, vertieft durch die Besprechung repräsentativer Beispiele, bis ins 20. Jahrhundert hinein nachzuzeichnen. Zur Vorbereitung und Begleitung der Vorlesung empfehle ich eine Beschäftigung mit der Geschichte europäischer Dramatik auf Basis der einschlägigen Kapitel in gängigen Literaturgeschichten.
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Sommersemester 2009
Hauptseminar: Österreichische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts
Inhalt: In dieser Lehrveranstaltung sollen bedeutende Texte und Autoren der österreichischen Literatur des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts vorgestellt, interpretiert und in ihre ästhetischen wie historischen Kontexte eingeordnet werden. Damit erschließt das Seminar einen Zugang zur österreichischen Kultur- und Sozialgeschichte der Gegenwart bzw. jüngeren Vergangenheit. Die Gegenstandsauswahl berücksichtigt kanonische, aber auch (zu Unrecht!) weniger bekannte Texte und Autoren.
Vorlesung: Einführung in die Literaturvermittlung
Inhalt: Die Vorlesung bietet eine Einführung in Gegenstands- und Arbeitsbereiche der Literaturvermittlung. Sie berührt damit folgende Themen: Buchhandels- und Lesergeschichte, Theorie literarischer Wertung, Geschichte der Literaturkritik, Struktur eines Buchverlags, Bibliothekswesen, Literatur im öffentlichen Raum.
Vorlesung: Geschichte der neueren deutschen Literatur I: 1500-1789
Diese Vorlesung eröffnet einen Zyklus von vier Überblicksvorlesungen zur Geschichte der neueren deutschen Literatur. Sie wendet sich an alle Studierenden der Germanistik und behandelt die folgenden Themenkreise:
1. Einleitende Bemerkungen zur Vorlesung; Überblick über die Gesamtepoche der frühen Neuzeit; Überblick über das 16. Jh. im Besonderen.
2. Humanismus, Meistersang, Narrenliteratur, Volksbücher.
3. Martin Luther, protestantisches Kirchenlied, Predigerliteratur.
4. Dramatische (Schuldrama, Jesuitendrama) und erzählende Literatur (Fabel, Schwank, Reisebeschreibungen, Satiren, Amadis, Fischart, Wickram) des 16. Jahrhunderts.
5. Überblick über das 17. Jh. Absolutismus, Kameralismus, Barockbegriff, Rhetorik, Sprachgesellschaften.
6. Poetologie (Opitz); Barockroman: Schelmenroman, Schäferroman, heroisch-galanter Roman, Utopie.
7. Barockdrama.
8. Weltliche und geistliche Lyrik des 17. Jahrhunderts (rhetorisch-emblematische Struktur).
9. Überblick über das 18. Jh. (Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang). Zentren der literarischen Produktion. Aufklärungsbegriff. Poetologische bzw. ästhetische Debatten (Gottsched, Bodmer/ Breitinger, Lessing).
10. Lehrhafte Dichtung: Moralische Wochenschriften, Fabeln, Satiren, Dramen.
11. Repräsentative Dramentexte verschiedener Genres.
12. Ausgewählte Gedichte des 18. Jahrhunderts von Brockes, Haller, Klopstock; Anakreontik, Sturm-und-Drang-Lyrik.
Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Inhalt: Das Seminar wendet sich an alle Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
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Wintersemester 08/09
Hauptseminar/Oberseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Das Seminar wendet sich an Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
Hauptseminar: Heiner Müller
Heiner Müller zählt zu den bedeutendsten und anspruchsvollsten deutschsprachigen Dramatikern. Besonders in den siebziger und achtziger Jahren war sein Name in der deutschen Theaterszene populär. Seine Stücke vereinen marxistische Theorie und ästhetische Avantgarde in radikaler Form. Ihr Hauptanliegen liegt in der Darstellung der Zusammenhänge und Brüche von deutscher Geschichte. Mit seinen sogenannten Produktionsstücken äußerte er Widersprüche in der Aufbauzeit der DDR. Später formulierte er seine gesellschaftliche Kritik in antiken Stoffbearbeitungen. Bedeutung erlangte Heiner Müller außerdem als Lyriker, Prosa-Autor und Verfasser theoretischer Texte wie auch als Regisseur und Intendant.
Sein Werk und Leben zeichnet sich durch eine Haltung der Beharrlichkeit aus, durch die Fähigkeit, ohne Hoffnung auszukommen und anstelle hochfliegender Entwürfe eine bis zum Zynismus illusionslose Erkundung der Wirklichkeit zu formulieren. Die eigenen Texte versteht er als „Steine“, deren Substanz auch nachhaltige politische wie ästhetische Verformungsprozesse überdauert. Müller ist der wichtigste ästhetisch innovative Dramatiker geworden, den die DDR hervorgebracht hat und den sie als Außenseiter schließlich zu akzeptieren gezwungen war. Die besondere Bedeutung seiner Texte für das Theateer und den ästhetisch-theoretischen Diskurs in Ost und West besteht darin, dass er die steril gewordene politische Aufklärungsästhetik mit einer an der literarischen Moderne orientierten Formensprache konfrontierte. Durch die Verbindung von politischer Reflexion und avantgardistischer Textur stellt sein Werk eine überzeugende Alternative zur Beliebigkeit vieler Resultate einer postmodernen Theaterpraxis dar.
Übung: Geschichte des Buch- und Bibliothekswesens
Die Lehrveranstaltung vermittelt eine Vorstellung von der Geschichte des sog. „Literaturbetriebes“, d.h. des sozial-, wirtschafts-, medien- und institutionsgeschichtlichen Hintergrundes der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dabei wird ein Kernbereich des Diplomschwerpunktes „Literaturvermittlung“ aufgearbeitet; gleichwohl steht das Seminar auch Studierenden anderer Studiengänge offen.
Übung: Konzepte der Kreativwirtschaft
Die Kultur- bzw. Kreativwirtschaft ist mit ihren innovativen Branchen ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche Entwicklung moderner Dienstleistungsgesellschaften. Die Übung macht die Teilnehmer mit entsprechenden Konzepten und Beispielen vertraut. Sie bereitet außerdem auf eine dreitägige Exkursion zum Frauenhofer-Institut für Logistik und Materialfluß in Dortmund vor, wo entsprechende Ideen bei der praktischen Umsetzung in Augenschein genommen werden sollen. Eine Teilnahme an dieser Exkursion (im März 2009, genauer Termin liegt noch nicht fest) ist erwünscht.
Vorbereitung:Die Seminarteilnehmer sollten zum Begriff ‚Kreativwirtschaft’ eine Internet-Recherche durchführen und die so erlangten Informationen sichern.
Vorlesung: Begegnung zwischen Literatur und Musik
Die Vorlesung wendet sich an Studierende aller germanistischen Studiengänge und ein weiteres interessiertes Publikum. Ein Leistungsnachweis kann durch Klausur erworben werden.Im 18. Jh. galten Musik und Literatur noch als ,Schwesternkünste’. Obwohl man dies auf Grund offenkundiger medialer Divergenzen so heute nicht mehr konstatieren möchte, erscheint eine Erkundung ihrer Verwandtschaft bzw. Berührungen nach wie vor als lohnend. Schließlich sind Literatur und Musik sich gleichermaßen akustisch artikulierende Zeitkünste, wenn man die Ursprünge der Literatur in der Oralität bedenkt, die dann allerdings unterschiedliche Fähigkeiten bei der Vermittlung simultaner Informationen ausgebildet haben und mit zumindest teilweise verschiedenen semiotischen Charakteristiken analysiert werden. Ein besonderes Interesse gilt der Frage nach der Möglichkeit gemeinsamer struktureller, u. U. sogar narrativer Strukturen. Dazu gibt es eine Reihe kulturhistorisch-hermeneutischer Affinitäten in der Geschichte beider Künste. Gegenüber solchen abstrakteren komparatistischen Ansätzen verdienen Bezüge im engeren Sinne unser Interesse: Musiker ließen sich schon immer von literarischen Werken inspirieren, Literaten von musikalischen Strukturen. Im Bereich ,manifester Intermedialität’ können Musik und Literatur in der multimedialen Vokalmusik mehr oder weniger gleichrangig kombiniert werden; beide Künste treten aber auch in untergeordneter Form auf, etwa wenn Musik in einem Roman zitiert wird oder Programmmusik umgekehrt auf literarische Vorlagen verweist. Dabei wäre zwischen bloßer Thematisierung und Inszenierung bzw. Imitation zu unterscheiden. ,Musikalisierungsversuche’ von Literatur können sich in der Imitation akustischer Merkmale ebenso äußern wie in strukturellen Analogiebildungen. Das neuzeitliche Auftreten musikalisch-literarischer Intermedialität erfüllt eine Vielzahl von Funktionen; es kann z.B. als Symptom für Experimentierfreude gelten, für das Ungenügen an Einzelmedien und das Streben nach neuen Kompositmedien. Es kann aber auch die historische Dominanz eines Mediums reflektieren (z.B. der Musik in der Romantik). Viele Musikalisierungsversuche der Literatur erzeugen einen metaästhetischen Reflexionsraum und dienen einer gewissen Resensualisierung von Literatur. Eine eigene Rolle spielt dabei der Rekurs auf die aus der pythagoräischen Tradition stammenden Ordnungs- und Harmoniekonnotationen der Musik.
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Sommersemester 2008
Forschungsfrei
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Wintersemester 07/08
Hauptseminar: Schweizer Erzähler des 19. und 20. Jahrhunderts
In dieser Lehrveranstaltung werden die Studierenden teils mehr, teils weniger bekannten Erzähltexten der Schweizer Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts begegnen, die u.a. danach ausgewählt wurden, daß sie Institutionen der Schweizer Kultur und Geschichte thematisieren. Der Schwerpunkt der Texte liegt auf aktueller Gegenwartsliteratur, womit auch Themen für Abschlußarbeiten erschlossen werden sollen. Insgesamt verfolgt das Seminar sowohl kulturgeschichtliche wie textanalytische Ziele. Gelesen und diskutiert werden sollen Gottfried Keller: Der Landvogt von Greifensee (aus: Züricher Novellen); Conrad Ferdinand Meyer: Der Heilige; Robert Walser: Jakob von Gunten; Hermann Burger: Die künstliche Mutter; Thomas Hürlimann: Das Gartenhaus; Fleur Jaeggy: Die seligen Jahre der Züchtigung; Gerold Späth: Das Spiel des Sommers neunundneunzig; Urs Widmer: Im Kongo; Klaus Merz: Am Fuß des Kamels; Alex Capus: Fast ein bißchen Frühling; Markus Werner: Der ägyptische Heinrich; Jürg Acklin: Defekt. Darüber hinaus sollten sich die Studierenden mit der jüngeren Schweizer Literaturgeschichte vertraut machen: Geschichte der deutschsprachigen Schweizer Literatur im 20. Jahrhundert. Von einem Autorenkollektiv unter der Leitung von Klaus Pezold. Berlin 1991.
Oberseminar/Hauptseminar: Methoden und Strategien wissenschaftlicher Forschung
Das Seminar wendet sich an Studierende, die sich bereits auf ihre Abschlußarbeit hin orientieren bzw. daran arbeiten sowie an Doktoranden und unterstützt diese hinsichtlich der Themenfindung, methodischen Reflexion und Durchführung der Arbeiten. Die Inhalte werden mit den Teilnehmern in der ersten Sitzung abgesprochen.
Übung: Aktuelle Theaterinszenierungen
Mit den Teilnehmern werden nach Absprache vier bis fünf aktuelle Theaterinszenierungen im fränkischen Raum (in der Regel in Bamberg und Nürnberg) besucht. Dazu gibt es vorbereitende Informationen und nachbereitende Diskussionen, wenn möglich mit Beteiligten der besuchten Aufführungen. Der Leistungsnachweis kann durch Referate oder auch durch selbstverfasste Theaterkritiken erfolgen. Ziel des Seminars ist es, Insiderperspektiven auf den aktuellen Theaterbetrieb zu entwickeln, Wertungen zu diskutieren und eine Reihe interessanter Stücke kennenzulernen. „Gesetzt“ sind bislang zwei Brecht-Aufführungen am Staatstheater Nürnberg (Dreigroschenoper, Arturo Ui). Die Teilnehmer erhalten verbilligte Theaterkarten (ca. 5 € pro Karte), müssen allerdings selbständig zum Theater kommen.
Übung: Geschichte des Buch- und Bibliothekswesens
Die Lehrveranstaltung vermittelt eine Vorstellung von der Geschichte des sog. „Literaturbetriebes“, d.h. des sozial-, wirtschafts-, medien- und institutionsgeschichtlichen Hintergrundes der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dabei wird ein Kernbereich des Diplomschwerpunktes „Literaturvermittlung“ aufgearbeitet; gleichwohl steht das Seminar auch Studierenden anderer Studiengänge offen.
Vorlesung: Geschichte der DDR-Literatur
Die Vorlesung vermittelt Grundlagenkenntnisse über den historischen und kulturellen Hintergrund der ostdeutschen Literatur zwischen 1949 und 1989, wobei der Schwerpunkt der Vorlesung auf die Konturierung von Teilepochen gelegt wird, innerhalb derer repräsentative Autoren und Texte vorgestellt werden. Es macht Sinn, die auf dem Gebiet der DDR entstandenen literarischen Texte als eine relativ eigenständige deutschsprachige Literatur der Nachkriegszeit zu betrachten, die sich von der bundesdeutschen Literatur hinsichtlich vieler Aspekte wesentlich unterscheidet. In der DDR galten andere Produktions- und Rezeptionsbedingungen, die Literatur des sozialistischen deutschen Teilstaates interessierte sich – speziell in den ersten Jahrzehnten – für andere Themen und hatte auch andere Traditionsbezüge, ihre Autorinnen und Autoren folgten zu erheblichen Teilen einem anderen Literaturverständnis. Die Literatur der DDR kann daher nicht als Teil der bundesdeutschen Literatur seit 1945 mitverhandelt werden, ohne den Aussagegehalt und Rezeptionsraum ihrer Texte zu verfälschen.



