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Wagner, Byron und Shelley in La Spezia

14. April 2010

1852 vollendete Richard Wagner die Dichtung zum „Ring des Nibelungen“ und begann über die Vertonung und theatralische Umsetzung des Werkes nachzudenken. Im Zuge einer ausgedehnten Fußwanderung nach Italien entdeckte er in der Einsamkeit der Hochgebirgslandschaften Szenenbilder für seine spätere Inszenierung. Ein Jahr später zog es Wagner abermals nach Italien. In seinen Erinnerungen bestand er darauf, dass ihm im September 1853 in La Spezia – im Halbschlaf – die Ur-Idee zur Komposition des „Rings“ (Vorspiel zum „Rheingold“) eingefallen sei. Er nächtigte damals in einem Gasthof in der Via Prione. (Ich bezog vor ein paar Tagen ganz in der Nähe Quartier und bin schon gespannt, was ich der Stadt einmal werde Gutes nachsagen können …) Auf alle Fälle ist La Spezia im Frühjahr ein inspirierender Platz!

Lerici am Golfo dei Poeti

Die Bucht, an der die Stadt liegt, wird dank der englischen Romantiker Lord Byron und Percy B. Shelley, die zeitweise in der Gegend wohnten, auch Golfo dei Poeti genannt. Ich empfehle aber eher, Wagner nachzueifern als Shelley, der hier 1922 bei einer Bootsfahrt ums Leben kam.

Einschlägiger Lektüretipp, durchaus mit Gewinn für den aktuellen Theorieansatz „topographical turn“ zu lesen: „The Romantics Abroad“, in: The Atlas of Literature. General Editor: Malcolm Bradbury. London 2001,  S. 62-65.

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