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Nochmals zum geplanten Regnitz-Uferweg am Schiffbauplatz

gewachsen, nicht gepflanzt

In einem Artikel vom 21. Juni habe ich auf das – in meiner Einschätzung funktional und ökonomisch unsinnige – Projekt eines Uferweg-Neubaus am rechten Regnitzufer Markusbrücke flussabwärts hingewiesen. Die Bürgerbewegung gegen dieses Vorhaben des Stadtrats hat inzwischen über 1300 Unterschriften gesammelt.

Nähere Informationen und die Möglichkeit, sich an einer Unterschriftenaktion gegen das Projekt zu beteiligen:

www.bamberg-lgs2012.de

In diesem Zusammenhang noch zwei grundsätzliche Bemerkungen:

a) Ich befürworte grundsätzlich das Projekt der Landesgartenschau und finde, dass dieses Event eine Menge positiver Aspekte für Bamberg hat. In Vorbereitung der Gartenschau wurden viele Grünanlagen in Bamberg tüchtig ,aufgemöbelt‘, Bäume fachgerecht geschnitten etc. etc. Das alles hat der Stadt gut getan. (Mein ausdrücklicher Dank hier den vielen fleißigen Gärtnern im Einsatz!) Auch die (ebenfalls nicht billige) Fischtreppe auf dem Erba-Gelände wird das Erscheinungsbild der Stadt bereichern.

b) Beim geplanten Uferweg hingegen hat man m.E. nicht bedacht, dass eine „schöne Stadt“ (die wir alle haben wollen) nicht überall durchgestylt werden darf, um nicht den Charme des frei Gewachsenen und historisch Gewordenen zu verlieren. Wenn Landschaftsgärtner und -planer nirgends ordnend eingreifen dürfen, entsteht eine chaotische (nicht selten verkommene) Wildnis, wenn sie aber überall nur ihre Ideen gestalten, entsteht der Eindruck von Künstlichkeit und Sterilität.  Das Optimum liegt irgendwo dazwischen. Am Schiffbauplatz ist man jetzt dabei, diese Balance in Richtung Sterilität zu verlieren.

auch schön, aber anders

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  1. 30. Juni 2010 um 11:09

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ecker
    vielen Dank für die Unterstützung auf Ihrer Internetseite.
    Bei den Unterschriftenaktionen in der Innenstadt Bambergs hatten wir mit den Unterzeichnern viele Gespräche. Der Einggriff in das Biotop am Schiffbauplatz war natürlich auch ein Hauptthema.
    Viele kritisierte jedoch, dass der Weg nicht barrierefrei nutzbar ist. Er ist nur über Treppen an der Markusbrücke erreichbar. Unerreichbar für Behinderte, Radfahrer und Familien mit Kinderwagen.
    Diese Barrierefreiheit für Behinderte ist im „Bayrischen Behindertengleichstellungsgesetz“, BayBGG, Artikel 10 ausdrücklich gefordert. Besonders bei steuerfinanzierten Bauvorhaben der „Öffentlichen Hand“.

    Für die Bürgerinitiative
    „Rettet den „Amazonas Bambergs“, Stopp dem Uferweg am Schiffbauplatz“,
    mit freundlichen Grüßen

    Klaus Badt

  2. 2. Juli 2010 um 23:15

    Eine Landesgartenschau sollte versuchen, die Eingriffe die unsere Industriegesellschaft in der Natur vorgenommen hat, so gut es noch geht zu mildern. Die Renaturierung von Kiesgruben, aufgegebenen Tagebauflächen, die Umgestaltung alter Industrieanlagen sind sinnvolle und wichtige Projekte.
    Keinesfalls dürfen aber die wenigen Idyllen, die wir in Bamberg noch haben, zerstört werden. Beim geplanten Uferweg am Schiffbauplatz wäre dies der Fall. Es muss nicht jedes Fleckchen Grün von jedermann betreten werden können. Eine „sanfte“ Wegeführung gibt es nicht. Grelle Beleuchtung, Schotterweg und Geländer zum Fluss hin, Zäune als Abgrenzung zu den Gärten sind der sicherere Tod dieser, von empfindsamen Menschen bewunderten romantischen Uferlandschaft mitten in der Stadt. Uferpromenaden haben viele Städte, einen „Amazonas“ wie am Schiffbauplatz mitten in der Stadt haben nur wenige.

  3. Christiane Hartleitner
    5. Juli 2010 um 19:21

    Offensichtlich sind die idyllischen Plätze in Bamberg besonders bedroht: Im letzten Jahr haben die Hainbadfreunde hartnäckig und mit der ihnen eigenen Kreativität um ihren Lieblingsort gekämpft – und gewonnen! Dazu beigetragen hat auch die Herausgabe des Buches zum 75. Geburtstag „Das Hainbad in Bamberg – Ort des Genusses“. Die Interessengemeinschaft Hainbad musste mit (aufsehenerregenden) Aktionen eine naturwissenschaftliche Untersuchungsreihe unserer Lebensader Regnitz einfordern. Dieses Monitoring hat dann tatsächlich die herausragende Wasserqualität bestätigt.
    Nun ist die nächste Idylle an der Reihe: Bambergs Amazonas am Schiffbauplatz. Mittlerweile haben sich nahe 1500 Bürger gegen diesen unnötigen Uferweg ausgesprochen und plädieren für einen umsichtigen Umgang ihrer Steuergelder.
    Offensichtlich muss jede Generation diesen Kampf um ihre idyllischen Plätze ausfechten. Gut, wenn man Gleichgesinnte und Verbündete hat.

  4. Carina L.
    6. Juli 2010 um 18:16

    Hut ab vor der Bürgerinitiative.

    Engagement gegen Prestigebaumaßnahmen stoßen auf fast niemandes Gegenliebe.
    Umso wichtiger ist es darauf hinzuweisen, dass eine Landesgartenschau doch auch etwas mit Grün und Gewächs zu tun haben sollte, anstatt mit Kahlschlag, Stein und Beton zu trumpfen.

    Wenn die Bauherren den Uferweg selbst bezahlen würden, wäre ich aber auch nur ein klein bischen weniger dagegen.
    Ich bin für: Grün wo auch immer es in der Stadt Platz findet, nachhaltiges wirtschaften auch mit Steuergeldern und eine Prioritätensetzung bei Bauplanung sowie Stadtratsentscheidungen.

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