Startseite > Uncategorized > Risikokommunikation

Risikokommunikation

Wir blicken in diesen Stunden gebannt nach Japan. Unser Mitgefühl und unsere Sorge gilt den betroffenen Menschen vor Ort. Deutschland will helfen, unsere Regierung hat das versprochen und erste Expertenteams losgeschickt. Wir können solche technisch-konkreten, aber auch finanziellen Unterstützungsaktionen nur unterstützen und allen diesen Unternehmungen maximalen Erfolg wünschen. Können wir als Bamberger Germanisten und Literaturvermittler noch darüber hinaus etwas Sinnvolles tun?

Ich meine doch! Was wir von unserer Profession her aktiv tun können und auch tun sollten, ist folgendes: Den Prozess der medialen Berichterstattung unter dem theoretischen Gesichtspunkt der „Risikokommunikation“ verfolgen, analysieren und bewerten. Eine gute, professionell und verantwortlich durchgeführte „Risikokommunikation“ ist nämlich viel mehr als eine journalistische Routineaufgabe, sie ist ein wichtiges Mittel (unter vielen, ansonsten aber vorwiegend technisch-medizinisch gearteten Rettungs-, Reparatur- und Vorsorgemaßnahmen) zu einem die Opfer der Katastrophe minimierenden Krisenmanagement. Risikokommunikation findet sowohl präventiv statt wie auch in einem akuten Krisenfall. (Vor sieben, acht Jahren hatten wir in der Literaturvermittlung übrigens schon einmal ein Seminar zu diesem Thema.)

Hausaufgabe:

Verschaffen Sie sich eine Vorstellung vom komplexen Inhalt des Begriffs „Risikokommunikation“. Dokumentieren Sie die aktuelle Berichterstattung zur Katastrophe in Japan. Beobachten Sie, welche journalistischen Medien und welche (halb)amtlichen Stellen wie Risikokommunikation betreiben. Untersuchen Sie, ob sich die dabei verfolgten Strategien, kommunikativen Stile und Kommunikationslinien unter dem Eindruck bestimmter Ereignisse ändern. Bewerten Sie die Qualität der jeweiligen Berichte und versuchen Sie, Hypothesen über die der jeweiligen Risikokommunikation zugrunde liegenden Absichten bzw Interessen aufzustellen.

Recherchieren Sie fiktionale Texte, die Risikokommunikation thematisieren. Überlegen Sie, ob Sie eine wissenschaftliche Arbeit zur Risikokommunikation verfassen und evtl. sogar eine einschlägige Berufstätigkeit anstreben wollen.

Zur aktuellen Lage:

http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima112.html

Arbeitskreis Risikokommunikation:

http://www.bigs-potsdam.org/index.php?option=com_content&view=article&id=184&Itemid=102

Risiko-Einschätzung von Laien und Experten, Grundlagenartikel:

http://www.zeit.de/1996/38/thema.txt.19960913.xml

Foliensatz zum Thema:

http://eco.psy.ruhr-uni-bochum.de/download/Matthies/RiskioKommunikation/Monitor-Version.pdf

Advertisements
  1. 14. März 2011 um 23:48

    Recht interessant könnte hierbei auch die Entwicklung der Medienlandschaft sein. Denken wir 25 Jahre zurück. Für diesen konkreten Fall haben wir nun die Möglichkeit, die Berichterstattung / Kommunikationsführung über die momentanen Ereignisse mit der über den Tschernobyl-Unfall zu vergleichen.
    War damals die Situation für uns in Deutschland wesentlich gefährlicher (ich wunderte mich, warum ich plötzlich nicht auf den Spielplatz durfte), war der Informationsfluß doch wesentlich dürftiger. Nicht zuletzt hing das auch mit der Informationspolitik der Sowjetunion zusammen, die den Vorfall damals über mehrere Tage hinweg verschwiegen hatte.

  2. 16. März 2011 um 10:59

    Da Trackbacks von tumblr aus nicht funktionieren, hier ein manueller Hinweis: Ich werde in den nächsten Tagen die Reaktionen der Leser zu einschlägigen Artikeln über die Katastrophe in Japan beobachten. Meiner Meinung nach lässt sich auch da ein vielseitiger Umgang mit Informationen und Risiken erkennen.

    http://t.co/A6Vel8B

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s