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Was ist ein „Team“?

Abkürzung für den Satz: Toll, ein andrer macht’s!

Thesen: Teamarbeit wird als Lernformat in unserem (Hoch-)Schulsystem massiv überschätzt. Allzu oft dient sie Minderbegabten bzw. minder Leistungswilligen dazu, unter parasitärer Nutzung der Arbeitsleistung anderer gute Bewertungen einzufahren. Ein weiterer Vorteil für schwache Geister: Man muss sich nicht mehr längere Zeit (auf einen Lehrervortrag) konzentrieren.

Teams, in denen nicht gestritten wird, sind unfruchtbar. Die weit verbreitete Harmoniekultur in unseren Klassen bzw. Seminaren führt Teamarbeit von vornherein ad absurdum.

Auch Lehrkräfte können sich prima hinter Gruppenarbeit verstecken und sich so ihrer Verantwortung für Lehr- und Lernfortschritte entledigen: Ein großes Palaver wird unter allgemeiner Zustimmung als Erfolg verbucht, zumindest sozial und emotional. Auf Kognitives verzichtet man in diesem Kontext leicht.  (Vgl. auch „Ringelmann-Effekt“ une „Soziales Faulenzen“!)

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  1. 16. März 2011 um 16:07

    Ich habe Gruppenarbeit immer auch als unproduktiver erlebt, als Selbststudium. Mag an meiner persönlichen Arbeitseinstellung liegen, aber im Grunde sitzt man ja nicht zu dritt in der Bibliothek und tauscht sich über die Literatur aus, die alle gleichermaßen gelesen haben, sondern teilt der Einfachheit halber das Thema auf und kümmert sich nur um seinen Teil. Schon allein deswegen, weil es ab drei Personen schier unmöglich wird, alle zum gleichen Zeitpunkt zu versammeln. Das Ende vom Lied ist dann, dass man eigentlich nur die Hälfte des Themas wirklich bearbeitet hat und daher auch nur über die Hälfte des Themas wirklich Bescheid weiß.

    Insofern: Pro Einzelreferate!

  2. Christian
    17. März 2011 um 21:00

    Gegenthese: Wer faul sein will, bleibt faul. Da kommt es nicht darauf an, ob einer nun allein arbeitet oder einem Team zugeteilt wurde. Zugegeben, er ist alleinverantwortlich, aber das Beispiel Guttenberg hat gezeigt: Wer sich durchmogeln will, der schafft das. Bis ihm einer Einhalt gebietet. Und hier wird es doch interessant: Gerade die engagierten Teammitglieder müssen doch lernen, sich in einer Gruppe zu behaupten, Kompetenzen abzugeben und – gerade wenn man von einer falschen Harmoniekultur ausgeht – Widerstand gegen die „parasitäre Nutzung“ ihrer Arbeitsleistung zu leisten.
    Die viel beschworene Kernkompetenz „Teamfähigkeit“ beinhaltet doch gerade, dazu in der Lage zu sein, produktiv zu streiten. Wer also eine falsche Harmoniekultur bemängelt, der darf doch nicht die Teamarbeit abschaffen wollen. Wer eine falsche Harmoniekultur bemängelt, der muss Schülern/Studenten/Mitarbeitern das Streiten beibringen.
    Ich hocke gerade Tag für Tag hinter meinem Wall aus Büchern, akkumuliere Wissen für meine Hasuarbeiten und ich wünschte, ich könnte jemandem meine Thesen ins Gesicht „brüllen“ [- leider sind diese aber thematisch so realitätsfern, dass sie sich als Stammtisch untauglich erwiesen haben ;-) ]
    Worauf will ich hinaus? Ja, ein Team kann geistige Trittbrettfahrer begünstigen, aber ein gut funktionierendes Team ist – und das hat das A-Team ja bereits in den 80ern eindrucksvoll gezeigt- ungeheuer effektiv.
    Deshalb ist die Schlussfolgerung, aufgrund der herrschenden Harmoniekultur müsse man die Teamarbeit aus dem Universitätsalltag verbannen, mindestens undifferenziert, wenn nicht gar komplett falsch.
    Es grüßt über den Bücherwall,
    Christian Cuypers

  3. 17. März 2011 um 22:27

    Sicherlich sind die Punkte alle korrekt. Es ist mein Verschulden, wenn ich mir kein Wissen über das Notwendige hinaus aneigne und bei meinem kleineren Anteil der Gruppenarbeit stehen bleibe. Problematisch an jenen „parasitären“ Gruppenteilnehmern ist doch aber, dass die Gesamtnote für alle Teilnehmer leidet, wenn ein Teil der Arbeit fehlt oder nicht den Ansprüchen genügt. Und so mancher Gruppenteilnehmer ist – was die Arbeitsmotivation betrifft – reichlich beratungsresistent.

    Zumal es für engagierte Mitglieder wenig Aufwand kostet, sich in einer Gruppe weniger engagierter Teilnehmer zu behaupten. Es kostet da schon deutlich mehr Überwindung, Kompetenzen an jene abzugeben, von denen nur sehr geringe Effektivität erwartet wird. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer, im Grunde versucht man dann als engagierter Student einen größeren Anteil der Arbeit zu stemmen, um die Gesamtnote der Gruppe zu verbessern. Leider wird man unter dem Strich nicht für eine solche Mehrarbeit belohnt. Zumindest wenn man Denunziation von Faulpelzen ablehnt.

  4. Moss
    23. März 2011 um 11:06

    Der Team-Wahnsinn durch die Augen der IT-Crowd:

    … unfassbar lustige Serie übrigens, wenn man sich halbwegs für Internet- und Nerdkultur interessiert.

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