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Nicht jeder bunte Specht ist ein Buntspecht!

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Mittelspecht (Dendrocopos medius)

Bamberg ist nicht nur eine Weltkulturerbe- bzw. Basketball-Metropole, sondern offenbar auch ein Eldorado für Spechte. Da sie in diesen Tagen mit der Balz loslegen und die Laubbäume noch kahl sind, bietet es sich an, ihnen mit der Kamera auf die Schliche (passt jetzt semantisch nicht richtig, ist mir klar!) zu kommen. Unser Bild zeigt einen Mittelspecht (Dendrocopos medius), es wurde in der Nähe der Altenburg geschossen. Grob besehen gibt es eine Gruppe schwarz-weiß-roter Spechte, die von Laien gerne unter dem Sammelbegriff ,Buntspecht‘ in einen Topf geworfen werden; mit Hilfe eines Bestimmungsbuches (z.B. dem Kosmos-Vogelatlas) lernt man aber schnell, Buntspechte im engeren Sinne, Mittel-, Klein-, Weißrücken- und Blutspechte auseinanderzuhalten. Der Mittelspecht, den wir hier abgebildet finden, zeigt einen gänzlich roten Scheitel (beim Buntspecht nur im Jugendkleid zu finden), der manchmal irokesenartig aufgestellt wird und dann ausgesprochen lustig aussieht. Ein anderes wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum leicht größeren Buntspecht (23 vs. 20 cm Länge) ist der schwarze Bartstreif, der beim Großen Buntspecht bis zum Schnabel reicht, beim Mittelspecht aber nicht. Bestimmungsbücher belehren dann auch noch über die unterschiedliche Form der weißen Felder auf den Flügeln und die gelblich-braun-rötliche Bauchfärbung.

Mit Spechten verbinden sich unterschiedliche symbolische Bedeutungen, die sich im Laufe der Kulturgeschichte herausgebildet haben. Den „Hammervogel“ verbanden germanische Assoziationen naturgemäß mit Thor, während christliche Deuter den ,Zimmermann‘ traditionell Joseph zuordneten. Allerdings gab es auch – schon in römischer Zeit – Einordnungen des Spechts (insbesondere des Schwarzspechts) als Unglücksbringer bzw. ,Pechvogel‘. Nach manchen Legenden wurden später hartgesottene Sünder in Schwarzspechte verwandelt. In einigen Sagen werden Spechte als zauberkundige Vögel dargestellt, die sich auf die zauberkräftige ,Springwurzel‘ verstehen. Ein spezielles Thema, das wir hier nicht vertiefen, sondern zukünftigen DoktorandInnen überlassen wollen, wäre die Verwendung des Spechts im Tier-Comic bzw. -Cartoon (,Woody Woodpecker‘ etc.).

In den nächsten Tagen (so denn auch hierzulande die Sonne einmal herauskommen sollte!!!) werde ich mich auf die Suche nach Grün-, Schwarz-, Grau- und sonstigen Spechten begeben. Laut einer Broschüre des Naturschutzamtes soll es dergleichen durchaus innerhalb der Stadtgrenzen geben. Falls jemand einen heißen Revier-Tipp haben sollte, bin ich durchaus gespannt darauf.

Nachtrag vom 27.2.: Da habe ich schon die erste Tier-Comic-Abschlussarbeit zur Beurteilung auf meinem Schreibtisch!

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