Hörnchen wollte man sein!

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Vögel im Bamberger Hain (Mitte Februar – 10. März 2014)

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Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla)
(c) hpecker

Man findet im Internet erstaunlich wenig Beobachtungsnotizen zu den Vogelbeständen in fränkischen Biotopen. Hier einmal eine Protokollnotiz, die Vogelfreunden eine Vorstellung davon geben kann, was sie zu dieser Jahreszeit im Bamberger Hainpark und auf den ihn umgebenden Gewässern erwarten dürfen. Es handelt sich um Laien-Beobachtungen, die allerdings überwiegend durch Fotografien dokumentiert sind.

1. Stockente, 2. Reiherente, 3. Mandarinente, 4. Kanadagans, 5. Graugans, 6. Höckerschwan, 7. Kormoran, 8. Haubentaucher, 9. Blässhuhn, 10. Teichhuhn, 11. Lachmöwe, 12. Buntspecht, 13. Mittelspecht, 14. Grünspecht, 15. Kleiber, 16. Gartenbaumläufer, 17. Haussperling, 18. Feldsperling, 19. Tauben (nicht differenziert), 20. Star, 21. Amsel, 22. Buchfink, 23. Bergfink, 24. Grünfink (nicht dokumentiert), 25. Rotkehlchen, 26. Kernbeißer, 27. Gimpel (=Dompfaff), 28. Kohlmeise, 29. Blaumeise, 30. Weidenmeise, 31. Schwanzmeise, 32. Zaunkönig (nicht dokumentiert), 33. Goldammer, 34. Eichelhäher, 35. Elster, 36. Rabenkrähe, 37. Mäusebussard.

Nachträge: 2. April (38./39. Sommer- und Wintergoldhähnchen, 40. Wacholderdrossel); 6. April (41. Waldkauz);

Flauschiger Feuermelder: Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula)

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Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
(c) hpecker

Mit dem besseren Fotolicht der letzten Tage gelingen allmählich auch fototechnisch anspruchsvollere Bilder, wie beispielsweise dieses Rotkehlchen im Hainpark. Wegen seiner roten Brust hat man dem niedlichen Vogel im Volksaberglauben eine Affinität zu Feuer und Blitz nachgesagt; trotzdem hat man es nicht aus seinen Nistplätzen bei Haus und Hof vertrieben – das hätte Unglück gebracht. Ausgesprochen beliebt ist das Rotkehlchen hingegen in der englischen Kinderliteratur (,robin redbreast‘); schon in alten englischen Mythen spielte es eine Rolle bei der Winteraustreibung.

Bergfink (Fringilla montifringilla)

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Bergfink im Bamberger Hain (Febr. 2014)

Bergfinken brüten im nordeuropäischen und asiatischen Nadelwaldgürtel, verbringen den Winter allerdings in Süd- bzw. Mitteleuropa, vorzugsweise in Regionen mit Buchenwäldern. Der Heimzug in die Brutgebiete beginnt im März und erfolgt in Trupps, manchmal sogar in riesigen Schwärmen. Auch im Hain waren in den letzten Tagen solche Trupps (ca. 15 Vögel) unterwegs. Bergfinken sind ziemlich scheu, insofern war ich ziemlich froh, dass ich wenigstens einen einmal richtig ,erwischen‘ konnte. Bergfinken sehen Buchfinken relativ ähnlich, wirken für das Laienauge aber irgendwie bunter. Über die Details mag man sich mit Hilfe eines Bestimmungsbuchs orientieren; mein Favorit dieses Genres ist derzeit „Vögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ von Svensson, Grant, Mullarney und Zetterström; urspr. Stockholm 1999, dt. Ausgabe Stuttgart 2000. Leider momentan nur antiquarisch zu erlangen; allerdings besitzt unsere UB  ein Exemplar. Ansehen lohnt sich!

Bamberg ist Entenhausen! oder: die Tafelente (Aythya ferina)

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Tafelente (Aythya ferina, Männchen)

Was ich schon immer geahnt hatte, wird mir allmählich zur Gewissheit: Ich lebe in Entenhausen! So treiben sich momentan auch einige Tafelenten auf den Fischweihern beim Schloss Seehof herum. (Genau genommen pennen sie dort fast ständig, so dass man von Glück reden muss, wenn man mal einen erhobenen Kopf aufs Foto bringt.) Männchen im Prachtkleid sind leicht am kastanienbraunen Kopf zu erkennen, ihr Schnabel ist schwarz, zeigt aber eine graublaue Binde vor der Spitze. Die Iris beim Männchen ist rot, beim weiblichen Exemplar braun. Weibchen sind relativ unscheinbar graubraun gefärbt. Tafelenten gehören wie die hier unlängst besprochenen Reiherenten zu den Tauchenten. Wegen ihrer – gegenüber Gründelenten – kürzeren und stumpferen Flügel kommen Tauchenten wie viele Rallen relativ schlecht aus dem Wasser in die Flugphase und brauchen deshalb einen langen Anlauf. Tafelenten fressen im Kontrast zu anderen Tauchenten-Arten wesentlich mehr Grünzeug als Kleingetier, wodurch ihr Fleisch weniger tranig schmeckt. Pech für die Vögel – so landeten sie früher gerne im Kochtopf bzw. auf der Tafel, was ihren Namen erklärt. PS. Enten sind durchaus keine Vegetarier; Muscheln, kleine Krebse und Schnecken munden ihnen bestens; diese Allesfresserei stellt ein wichtiges Abgrenzungsmerkmal zu den streng vegetarisch lebenden Gänsen dar. Ein anderes Kriterium wäre die verschiedene Gefiederfärbung zwischen den Geschlechtern, während bei Gänsen der Unisex-Look angesagt ist. (Halbgänse sind noch einmal ein Thema für sich, aber das lassen wir heute außen vor.)

Pikus, der Waldspecht!

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Grünspecht im Bamberger Hain (Picus viridis)

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Buchfink (Fringilla coelebs, Männchen)

 Wenn Skatspieler ein Pik-Solo ansagen, berufen sie sich gerne auf ,Pikus, den Waldspecht‘. Den wenigsten wird dabei klar sein, dass der flotte Spruch eigentlich den Grünspecht (Picus viridis) herbeizitiert, heuer als ,Vogel des Jahres 2014‘ ganz besonders prominent. Während es im Bamberger Hain vor Mittelspechten nur so wimmelt, bekommt man ihre grünen Verwandten deutlich seltener zu Gesicht. Da Grünspechte auch weniger häufig ,trommeln‘ als die bunten Arten, muss man schon auf ihren laut lachenden Gesang achten, um ihnen näherzukommen. Grünspechte haben sich auf Ameisennahrung spezialisiert und treiben sich demzufolge häufig auf dem Boden herum – daher auch ihre Namen ,Erd- bzw. Grasspecht‘. Sie werden zwischen 30-36 cm lang und erreichen Spannweiten bis knapp über 50 cm. Leider saß unser Exemplar weit oben im Wipfel einer alten Buche, so dass das Foto mehr dokumentarischen Charakter hat. Bis zu Qualität des Buchfink-Fotos besteht damit noch durchaus Steigerungspotential. Grünspechte sind literarisch übrigens ebenso belegt (vgl. etwa ,Der grüne Heinrich‘ von G. Keller) wie Buchfinken, die dank ihrer mächtigen Gesangsstimme seit ewigen Zeiten beliebte Käfigvögel waren. Mit den Grünspechten haben Buchfinken übrigens noch etwas gemein: Beide Vögel gelten als Regenpropheten; die Franzosen wollen aus dem Ruf des Grünspechts sogar ein „plui, plui“ (bzw. „pleu, pleu“) heraushören.  (PS. Als SprachwissenschaftlerIn könnte man vielleicht – wenn es das nicht schon längst gibt!? – eine Abschlussarbeit über Kartenspiel-Phrasen bzw. ,Skatgeschwätz‘ andenken.)

So stiehlt man anderen die Schau!

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Mandarinente (Aix galericulata)

Da kriegt der normale Bamberger Stockentenerpel natürlich sofort eine Frühlingsdepression, wenn sich solche Konkurrenz in Szene setzt: männliche Mandarinente im Prachtkleid! Mandarinenten haben in unseren Längen eigentlich wenig verloren, sind sie doch in Ostasien zu Hause. Allerdings werden sie in etlichen europäischen Parks als Ziervögel gehalten, wobei dann immer einigen Ausreißern, die Flucht gelingt. Diese mischen sich dann – in der Regel problemlos – unter die halbwilden Entenpopulationen unserer Stadtgewässer. (Aufnahme vorgestern am Wehr im Hainpark.)

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