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Posts Tagged ‘Frankreich’

Fontaine-de-Vaucluse

Kleiner französischer Ort im Departement Vaucluse, am Talschluss der Sorgue gelegen. Ehemaliger Wohnsitz Petrarcas, der hier viele seiner Gedichte verfasst hat. Hauptsehenswürdigkeit ist eine je nach Jahreszeit außerordentlich stark schüttende Karstquelle am Fuße einer hohen Felswand. Auf kurzer Distanz entwickelt sich die Sorgue so zu einem ahnsehnlichen Flüsschen mit einer wunderbaren Färbung.

Gigondas

Gigondas hat unter Rot- und Roséweintrinkern einen sehr guten Klang. Hierher kommen Qualitätsprodukte, die es mit einem guten roten Châtenauneuf-du-Pape aufnehmen können. Auch wenn hier rustikaler produziert wird als in High-Tech-Kellereien, wodurch aber gerade ein Wein herauskommt, der – wie Kenner schreiben – herrlich ungezähmt schmeckt. In Gigondas wird auf eingeschränkte Erträge (35 hl/ha), hohen natürlichen Mindestalkoholgehalt (12,5%) und scharfe Auslese zur Entfernung unvollkommenen Traubenguts Wert gelegt. Die Rebfläche erstreckt sich auf etwa 1000 ha zerklüftete Weinberge am Fuß der Dentelles. Bei Rotweinen darf Grenache höchstens 80% der Mischung ausmachen, weährend auf Syrah bzw. Mourvèdre mindestens 15% entfallen. Für den Rest dürfen die für Côtes-du-Rhône zugelassenen Rebsorten außer Carignan verwendet werden. Im Rosé sind allerdings weder Syrah noch Mourvèdre vorgeschriebene Bestandteile.

Die Gegend produziert bereits zur Römerzeit Wein. Später gehörte ein größerer Teil der Rebfläche den Fürsten von Oranien. Im 20. Jh. war der Bereich jahrzehntelang nur ein Teil der Côtes-du-Rhône, was sich wirtschaftlich nachteilig auswirkte. 1966 errang Gigondas dann endlich den Status der Côtes-du-Rhône-Villages und 1971 die eigene AC. Spitzenweine lohnen zehn und mehr Jahre Flaschenalterung.

Dentelles de Montmirail

Die Dentelles de Montmirail sind eine aus mehreren kleinen Bergkämmen bestehende Felsenlandschaft in Südfrankreich im Département Vaucluse. Sie sind Vorberge des Mont Ventoux, der weiter östlich aufragt. Dentelles heißt übersetzt Spitzen (im Sinne einer Häkelarbeit) und spielt auf die spitze Form der mehr als 1000 kleinen Gipfel an. Geomorphologisch sind sie aus einer Kalksteinschicht entstanden, die im Jura-Zeitalter senkrecht gestellt wurde und danach den Kräften der Erosion ausgesetzt war. Höchste Erhebung ist die Crête de Saint-Amand mit einer Höhe von 734 m. Die sich über nur etwa 8 km erstreckenden Dentelles de Montmirail sind bei Wanderern und Felskletterern gleichermaßen beliebt. An ihrem westlichen Abhang zur Rhône hin liegen die bekannten Weinorte Séguret, Sablet, Gigondas, Beaumes-de-Venise und Vacqueyras.

Stadt des Ockers

Zehn km östlich von Gordes in der Provence, hoch über dem Tal der Imergue, liegt auf einem Plateau das malerische Örtchen Roussillon. Die Häuser leuchten in den Farben des Ockers, der hier lange Zeit in höchster Qualität abgebaut wurde. Die besten Fotos schießt man hier naturgemäß kurz vor Sonnenuntergang. Bei unserem Besuch im September hatten wir ein lustiges Erlebnis: Ein Radlerpärchen reiferen Alters, professionell aufgedresst und bei erstaunlich guter Puste, näherte sich auf steiler Anfahrt dem Ort. Er, voranfahrend, den Kopf wendend, weithin verständlich: „Do you know the name of that place?“ Sie: „No, I don’t either.“ Wir haben uns spontan vorgenommen, diesen Dialog im nächsten Jahr in Paris zu wiederholen. Kürzlich fanden wir schon Gelegenheit zur Generalprobe, vor der Dresdner Frauenkirche. Guter Erfolg.

http://www.chemikus.de/sites/bp_ocker.htm

Bressehuhn

Das Bressehuhn ist unter den Hühnern in etwa das, was Bayern München für die deutschen Fußballclubs darstellt. Diese Hühnerrasse stammt aus der nach ihr benannten Region Bresse nordöstlich von Lyon. Die Beine des Tieres sind blau und ergeben zusammen mit dem weißen Gefieder und seinem roten Kamm die Nationalfarben Frankreichs. Ein Bressehuhn ist stets ein Freilandhuhn, es wird auf ca. 100 km² pro Tier ausschließlich mit regional angebautem Mais oder Buchweizen gefüttert. Der enorme Platzbedarf, die teure Ernährung und das Mindestschlachtalter von 4 Monaten schlagen sich im Preis nieder. Kurz vor der Schlachtung wird 10 bis 15 Tage eine Hühnermast bei Dunkelheit durchgeführt und Milch zugefüttert. Ein echtes Bressehuhn trägt beim Verkauf ein blau-weiß-rotes Gütesiegel und darf in Deutschland, entgegen den Bestimmungen für deutsches Geflügel, auch mit Kopf und Füßen verkauft werden. Ach ja, noch etwas: Ein angemessenes Verständnis der berühmten Ballade von der schwarzen Wolke (Grass) scheint mir ohne eine tiefe Kenntnis des Bressehuhns von vornherein vergeblich.

 

PS. Viele Zuschriften haben mich erreicht, wonach der Vergleich mit Bayern München daneben sei. So wie die zur Zeit kickten, wäre das eine Beleidigung für Bressehühner. Dem ist in der Tat wenig entgegen zu setzen.

Kein Bressehuhn!

http://www.pouletbresse.com/

Bresse

Bresse ist eine Landschaft in Ostfrankreich, die Teile der Départements Ain, Saône-et-Loire und Jura umfasst. Sie reicht von den Dombes im Süden bis zum Fluss Doubs im Norden und von der Saône im Westen bis zum Jura im Osten. Ihre Bezeichnung verdankt sie dem dort wohnenden gleichnamigen Huhn, etwa so wie die Pfalz dem Pfälzer Saumagen.

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