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Posts Tagged ‘Lepidopterologie’

Apollo (Parnassius apollo)

Der in Deutschland im Laufe des 20. Jahrhunderts extrem selten gewordene Apollo ist auch in der Nähe Bambergs anzutreffen, genauer gesagt: an Steilhängen im Kleinziegenfelder Tal, wo seine wichtigste Futterpflanze, die Weiße Fetthenne (Sedum album) wächst.  Er ist zugleich einer unserer größten und schönsten Tagfalter. An dem von uns besuchten Standort waren heute ca. 10 Exemplare unterwegs; das reichte, um in knapp 2 Stunden über 600 Fotos zu schießen. Zwei davon hier im Blog … (Rätsel: Welches Hobby teilt der Apollo-Falter mit Novalis?)

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Parnassius apollo
© hpecker

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Parnassius apollo
© Viola Ecker

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Eine Eule mit Faible für Griechisch: Autographa gamma

Gamma-Eule

Wenn man denn partout eine Eule nach Athen tragen will, rate ich zur Gamma-Eule. Einfach weil sie bequemer zu transportieren ist als Kauz & Co. Ja, ,Eulen’ gibt es auch unter den Schmetterlingen und sie bilden dort sogar eine ausgesprochen artenreiche Familie (Noctuidae), deren Exemplare meist groß, robust und relativ schlicht gefärbt sind. Ein in Deutschland relativ leicht anzutreffendes Mitglied dieser Familie ist die nach ihrer charakteristischen hellen Zeichnung auf den schwarz-grau bis braunen Vorderflügeln benannte Gamma-Eule. Die Raupe (25 mm, variable Grüntöne) dieses tag- und nachtaktiven Wanderfalters ist so wenig Feinschmecker wie der entwickelte Falter: während sich jene fast über alles Grüne herzlich freuen kann, besucht dieser, was auch immer ihm freundlich entgegenblüht, egal ob Baum, Strauch oder Kraut. Futtertechnisch also auch er ein Generalist.

Als Wanderfalter überzieht die Gamma-Eule Nordafrika und Eurasien, wobei sie sehr weit nach Norden vordringen kann. Inwieweit sie in Deutschland überwintert und wie viele Generationen bei uns vorkommen ist noch ungeklärt. Ab Juli zieht sie sich jedoch verstärkt in südlichere Gefilde zurück. Stare, Krähen und bestimmte Fledermausarten (z.B. das Graue Langohr – ich erwähne das, weil mir der Name so gut gefällt) sind brutale Fressfeinde; trotzdem kommt es gelegentlich (so alle 5-7 Jahre) lokal zu Massenvermehrungen der Gamma-Eule, was dann den Speisezettel des Vegetariers schon einmal schmälern kann.

Das Schnabulierverhalten der Gamma-Raupe ist manchem Rüben-Bauern ein Dorn im Auge, wie folgendes Zitat von der Internetseite eines Insektizid-Anbieters verdeutlichen mag: „Der Punkt- und Schabefraß der frühen Larvenstadien an der Blattunterseite der Kulturpflanzen geht mit der weiteren Entwicklung der Larven in einen deutlichen Lochfraß über, der bis zum Skelettierfraß reichen kann. Etwa 80% des Schadfraßes werden vom 5. und ggf. 6. Larvenstadium hervorgerufen. Gegen Ende ihrer Entwicklung vermag jede Larve täglich zwischen 6 und 10 cm² Blattfläche zu vernichten.“ Wir bereichern sofort unseren Wortschatz um „Punkt- und Schabefraß“, „Lochfraß“ und „Skelettierfraß“!

Hausaufgabe: Vermittels der Methode teilnehmender Beobachtung entsprechende Verhaltensweisen in der Mensa identifizieren und deren Spuren sicherstellen, konservieren und dem Naturhistorischen Museum zur Verfügung stellen.

Lepidopterologie (4): Weißbindiges Wiesenvögelchen (Coenonympha arcania)

26. Juni 2010 Kommentare aus

Weißbindiges Wiesenvögelchen

Man kann diesen kleineren (32-38 mm Spannweite) Falter praktisch nur mit zusammengeklappten Flügeln fotografieren. Die Fachliteratur teilt mit, dass die Oberseite der Vorderflügel gelbrot gefärbt und mit einem breiten braunen Saum versehen, die Hinterflügel hingegen dunkelbraun sind und eine schmale orange Randbinde sowie zwei schwarze, orange umringte Augenflecken zeigen.

Dieser Schmetterling wird auch „Perlgrasfalter“ genannt.

Lepidopterologie (3): Brombeer-Zipfelfalter (Callophrys rubi)

Brombeer-Zipfelfalter

Die Art ist relativ klein (25-30 mm Spannweite) und kommt bei uns häufig zwischen April und Juli in einer Generation vor. Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten, d.h. sie kontrollieren einen bestimmten Raum von einer erhöhten „Sitzwarte“ aus und vertreiben daraus Männchen der eigenen Art durch einen charakteristischen Wirbelflug. Die Flügeloberseite ist braun. Der namengebende „Zipfel“ unten am Hinterflügel ist nicht so charakteristisch ausgebildet wie bei anderen Zipfelfalter-Arten. Futterpflanzen der grünen, asselförmigen Raupen sind vor allem Ginsterarten.

Lepidopterologie (2): Schachbrett (Melanargia galathea)

Schachbrett auf Witwenblume

Mit den wärmeren Tagen und dem Aufblühen wichtiger Nektarspender wie der Witwenblume findet man auf den Trockenhängen des Maintals und der Fränkischen Schweiz nun auch wieder das Schachbrett (40-50 mm Flügelspannweite) en masse. Es gehört zur Gruppe der Augenfalter, die mit Hilfe dieser Musterung potentielle Feinde irritieren. Die Raupen unserer einheimischen Augenfalter fressen nur Gräser. Die Flügelpaare sind oberseits schachbrettartig schwarz-weiß gemustert, auf der Unterseite der Hinterflügel finden sich die kleinen Augenflecken.

Schachbrett

Was gut zusammen passt: Schachbretter fotografieren, auf der Blumenwiese picknicken, einen spannenden Schachroman lesen und  über einigen Schachproblemen grübeln, bis man sanft eindöst. (Vorsicht: Zecken!) Tipp für Literaturwissenschaftler: Schachromane mit Hilfe von Spieltheorien interpretieren. (Für Hinweise auf weitere Schachromane bin ich dankbar!)

Spannende Schachromane

Lepidopterologie (1): Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

25. Juni 2010 Kommentare aus

Kleiner Fuchs

Obwohl aufgrund seiner Färbung und Größe (40-50 mm Spannweite) sehr auffällig, eigentlich weit verbreitet und ab Mai in zwei bis drei Generationen anzutreffen ist mir der Kleine Fuchs im ganzen letzten Jahr auch nicht einmal vernünftig vor die Kameralinse gekommen. Umso netter dieses Exemplar, das sich vor meinen Füßen niederließ und durch nichts aus der Ruhe zu bringen war.

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