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Stilistisches: Wörter, auf die man besser verzichtet („bezüglich“)

26. Juni 2010 Kommentare aus

„Bezüglich“ gehört wie „beinhaltet“ zum Lieblingswortschatz des Bürokraten (des 19. Jahrhunderts?) und sollte aus der modernen Wissenschaftsprosa verbannt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass es als Folgeeffekt häufig Grammatikfehler nach sich zieht; Beispiel aus der Praxis:

In den Kapiteln bezüglich Goethe und Fontane werden zunächst einige Informationen zum historischen, politischen und literarischen Hintergrund der jeweiligen Zeit der Autoren gegeben, um die spezifischen Entstehungsbedingungen der Texte zu verdeutlichen.

Einfache Verbesserungsmöglichkeit:

In den Kapiteln über Goethe und Fontane […]

oder

In den Kapiteln, die sich auf Goethe und Fontane beziehen, […]

Stilistisches: Wörter, auf die man besser verzichtet („beinhaltet“)

26. Juni 2010 Kommentare aus

Es gibt Wörter, die den Stil sofort verderben und die man deshalb aus seinem aktiven Wortschatz streichen sollte: das beliebteste davon ist „beinhaltet“. Beispiel aus der Praxis:

Der dritte Bereich beinhaltet schließlich eine Gegenüberstellung sowie einen direkten Vergleich der Textkomplexe beider Autoren und konzentriert sich auf die Bestätigung der These.

Kommentar:

Wenn wir das bürokratische „beinhaltet“ durch ein schlichtes „enthält“ ersetzten, wäre die Formulierung schon besser, aber noch lange nicht gut. Wir hätten damit noch immer den Nominalstil („enthält eine Gegenüberstellung“ statt „stellt gegenüber“ oder „konfrontiert“) der Ausgangsformulierung beibehalten. Außerdem frage ich mich: Was bringt die Formulierung „Gegenüberstellung sowie einen direkten Vergleich“ an semantischem Mehrwert gegenüber „vergleicht“? (Bei jedem Vergleich stellt man doch die Vergleichsobjekte einander gegenüber, oder?) Weiter gefragt: Braucht es „Textkomplexe“ anstelle von „Texte“? Schließlich missfällt mir auch noch – ein klein wenig! – die Personalisierung des abstrakten Begriffs „Bereich“.

Formulierungsvorschlag:

Das dritte Hauptkapitel vergleicht abschließend die Texte beider Autoren, wobei sich unsere Ausgangsthese als plausibel erweisen wird.

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