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Otto-Friedrich-Universität – Kompetenz in Fisch (3): Stolperfisch und Waller. Kurzroman

Beim Anblick des Dackelköders machte der Stolperfisch nur eine wegwerfende Handbewegung. Wohingegen der Waller …

[Ichthyologische Anmerkung zum Stolperfisch: Amphibisch lebende Spezies, die stets zu einem lustigen Schabernack aufgelegt ist; so stellen Stolperfische gerne Kollegen oder – wenn’s sich gerade so ergibt – auch mal einem unaufmerksamen Taucher ein Bein. Vgl. in diesem Zusammenhang auch meinen Essay Von Stolperfischen und Sauerkrautwaffeln, bibliogr. Angaben im Publikationsverzeichnis.]

Otto-Friedrich-Universität – Kompetenz in Fisch (1): Der Waller

Der Flusswels (Silurus glanis) ist der größte reine Süßwasserfisch Europas. Regional wird er auch als Waller oder Schaidfisch sowie mit zahlreichen Abwandlungen dieser Namen bezeichnet. Welse sind vorwiegend nacht- und dämmerungsaktive Raubfische, die sich von lebenden und toten Fischen, aber auch von Wirbellosen und gelegentlich von kleinen Wasservögeln und unvorsichtigen Säugetieren ernähren. In den Medien wird heute immer wieder über außergewöhnlich große Fänge berichtet sowie gelegentlich über Angriffe auf Haustiere. Ein bekannter Fall, der ein nationales und internationales Presseecho fand, war der Wels „Kuno“ im Volksgarten-Weiher bei Mönchengladbach, der 2001 einen jungen Dackel gefressen haben soll. Sportangler verwenden daher gerne einen Dackel-Köder, wenn sie es auf besonders große Exemplare dieser Spezies abgesehen haben (vgl. Taucher-Net, große Diskussion zu diesem Thema). Geschichten, dass Waller nachts aus dem Teich kriechen, um Kinder aus Wiegen herauszufressen, dürften in Zeiten von Sicherheitsschlössern allerdings überholt sein. Obwohl, bei Wallern (Frauen und Bienen, das ist jetzt aber ein anderes Thema, vgl. Pu, der Bär) weiß man nie!

 

Welse erreichen, abhängig von ihrem Lebensraum, meist Körperlängen von einem bis eineinhalb Metern und dabei ein Gewicht bis 50 Kilogramm. Da die Tiere zeitlebens weiterwachsen, können sie allerdings auch deutlich größer und schwerer werden. Die Angaben über die Maximalmaße unterscheiden sich dabei bei verschiedenen Autoren beträchtlich. Häufig wird heute eine Länge von bis zu drei Metern und ein Gewicht von dann 150 Kilogramm angegeben.Aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert liegen allerdings in Anglerlatein (dazu hier demnächst mehr; angeblich wollen die Kollegen der Altphilologie entsprechende Sprachkurse einrichten) verfasste Berichte über deutlich größere Tiere vor. So wurde von bis zu fünf Meter langen und über 300 Kilogramm schweren Welsen in Osteuropa berichtet.

Ein Fisch mit solchen Ausmaßen und kulinarischen Vorlieben wird natürlich auch in der Literatur bedichtet; eine zentrale Rolle spielt der Waller etwa in Bernhard Setzweins Mitteleuropa-Roman „Die grüne Jungfer“; hier schwebt er schon auf dem Titelbild über allem …

http://www.wallerforum.com/waller/hmportal.php

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