Figuren- und Handlungsdesign als Parodie des sogenannten Monomythos. Helmut Kraussers Die wilden Hunde von Pompeii.

Der Essay erörtert die Gattungszugehörigkeit des 2004 von Helmut Krausser publizierten Romans  /Die wilden Hunde von Pompeii /und deren Konsequenzen für Figurengestaltung und Handlungsführung. Dabei zeigt sich, dass sich der Autor im Figuren- und Handlungsdesign strukturell eng an die Vorgaben des sog. Monomythos anlehnt; durch die Transponierung der Heldenerzählung ins Tiermilieu, die grotesken Konkretisierungen, Wiederholungen und Überbietungen vieler Handlungselemente, die zusätzlich eingezogene Meta- bzw. Reflexionsebene um das Wesen von Superhelden bzw. die Rolle der Kunst und die ironische Haltung seines Erzählers bzw. Arrangeurs destruiert er jedoch den rituellen Vollzug des Neomythos. Ich schlage daher vor, Helmut Kraussers Text als kritische Parodie des sog. Monomythos zu lesen.

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