Blutzeugenschaft als Institution und als ,schweres Zeichen’. Zum Zusammenhang von Töten und Lieben in Erzählungen religiöser und politischer Initiations- und Opferrituale.

Zusammenfassung

Der Beitrag analysiert das universell verbreitete Phänomen ,Blutzeugenschaft’ als Synthese der Sinnkonstrukte ,Martyrium’ und ,Opfer’ in Verbindung mit dem Intensitätsparamenter ,Blut’. In diesem Oberflächenelement wird ein hinreichendes Gattungskriterium für Legenden erkannt. Der Aufsatz macht auf die gefährlichen massenpsychologischen Aspekte dieses Vorstellungskomplexes aufmerksam und plädiert für einen kritischen Umgang mit entsprechenden Texten.

Abstract

The following contribution analyses the universally widespread phenomenon of ,Blutzeugenschaft’ as the synthesis of the sense units ,martyrdom’ and ,sacrifice’ in combination with the intensity parameter ,blood’. This surface element reveals an ample criteria for the genre classification as a legend. The essay draws attention to the dangerous mass-psychological aspects of this complex of ideas and advocates dealing critically with the relevant texts.

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