Birding Hot Spots (4): Salzwiesen bei Lymington (Südküste England)

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Lymington, Hafen

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Lymington, Austernfischer © hpecker

Zwischen Southampton und Bournemouth liegt die nette kleine Hafenstadt Lymington (gut 14.000 Einw.), die dank zweier großer Yachthäfen insbesondere Seglern bestens bekannt ist. Von Lymington aus gibt es eine Fährverbindung zur nahen Isle of Wight. Da wir mit einiger Wahrscheinlichkeit keine Mitgliedschaft beim Yachtclub haben, parken wir unser Auto bereits (gebührenpflichtig) bei der Anlegestelle der Fähre oder (gratis) bei einem Pub gleich in der Nähe. Der Uferweg auf dem Deich führt zunächst zum Yachthafen, dann zu den ausgedehnten Salzwiesen dahinter. Praktisch vom ersten Schritt an waren (im Mai) Lachmöven, Steinwälzer, Austernfischer, Seeschwalben, Rotschenkel und diverse Kleinvögel zu beobachten. Die ausgedehnten see- und landseitigen Flachwassergebiete hinter dem Hafen bieten dann nicht nur eine noch viel größere Artenvielfalt, sondern auch reizvolle amphibische Landschaften in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Ein weiterer Vorteil des Gebiets besteht darin, dass die Vögel Spaziergänger, Wanderer, Jogger und Radfahrer gewöhnt sind und sich vom Fotografen bei ihren Alltagsgeschäften kaum stören lassen. Bei Besuchen des Gebiets ist ein hoher Tidenstand von Vorteil, aber auch bei Ebbe bieten sich auf der Landseite viele Möglichkeiten. An Regenschutz (Schirm bei der dort herrschenden frischen Brise lächerlich!) sollte gedacht werden, da das Gebiet sehr weitläufig ist, kräftige Schauer schnell aufziehen und der Weg zum rettenden Café im Fall der Fälle zu weit sein dürfte. Wir fotografierten bei zwei Kurzbesuchen außer den oben genannten Arten Grau- und Seidenreiher, Kiebitz, Grünfink, Bluthänfling, Grau- und Brandgans, diverse Enten, Drosseln und eine Dorngrasmücke.

Der Seidenreiher ist ein schlanker Schreitvogel mittlerer Größe (55-65 cm, 88-106 cm Flügelspannweite), sein Gefieder ist ganzjährig weiß. Er hat schwarze Beine mit gelben Zehen und einen schwarzen Schnabel. Im Prachtkleid ist er sehr leicht an den beiden verlängerten Schmuckfeder im Nacken zu erkennen. Seine Brutkolonien befinden sich hauptsächlich in Südeuropa, in Deutschland findet er sich in der Regel nur als relativ seltener Gast ein. Theoretisch könnte man ihn mit dem hierzulande öfter anzutreffenden Silberreiher verwechseln, der aber deutlich größer ist (85-100 cm), helle bis rötliche Unterschenkel und außerhalb der Brutzeit einen kräftigen gelben Schnabel besitzt. Außerdem fehlen ihm die charakteristischen Schmuckfedern des Seidenreihers.

Seidenreiher © k. v. ecker

Seidenreiher (Egretta garzetta) © k. v. ecker

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Salzwiesen bei Lymington © k. v. ecker

 

Birding Hot Spots (3): Die Kugelbake in Cuxhaven

Kugelbake Cuxhaven © k.v. ecker

Kugelbake Cuxhaven © k.v. ecker

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Eiderente (Somateria mollissima) © hpecker

An diesem Wahrzeichen der Stadt, das den nördlichsten Punkt Niedersachsens markiert, endet die Elbe und beginnt die Nordsee. Die Kugelbake (Foto: über den Bauhafen hinweg aufgenommen, Elbe bzw. Nordsee dahinter) wird täglich von vielen Leuten aufgesucht, dennoch ist hier ornithologisch eigentlich immer was los, nicht nur zu Zeiten des Vogelzugs, der im Herbst bereits Ende August einsetzt. Berühmt ist der Beobachtungspunkt speziell für den Greifvogelzug sowie die Sichtung von Pelagen bei Nordweststürmen im Spätsommer bzw. Herbst. Dann werden Vogelarten, die ihr Leben fast nur auf offenem Meer verbringen, in die Deutsche Bucht getrieben. Um die Kugelbake herum findet man auf engstem Raum recht unterschiedliche Lebensräume vor, so dass entsprechend viele Vogelarten zu beobachten sind. Einige davon lassen sich von den Menschen fast gar nicht stören; beispielsweise ließ uns ein Sanderling (18-21 cm) bis auf zwei, drei Meter an sich heran.

Sanderling (Calidris alba) © k.v. ecker

Sanderling (Calidris alba) © k.v. ecker

Bamberg: Kunst im öffentlichen Raum – Meinungen und eine Frage

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Heiß geliebt

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Schönes Unikat

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Was ist das?

Mein Favorit unter den Bamberger Großplastiken ist nach wie vor die ,Apfelmadonna’ auf dem Heumarkt. Das Kunstwerk, das einmal als ,Fette Blunzn’ geschmäht worden war, ist heute vielen Bambergern ans Herz gewachsen. Beim Thema ,Sitzende Asiaten’ ziehe ich die hübsche Figur auf der Wanka-Tonka-Litfaßsäule am Café Rondo den Kokurrenzprodukten, die man überall sieht, entschieden vor: Sie ist erstens ein Unikat und kein Serienprodukt, zweitens preiswerter und drittens einfach hübscher. Zudem besitzt sie eine freundliche spirtituelle Ausstrahlung. Über den Verdacht, im öffentlichen Raum peinlichen Verrichtungen nachzugehen bzw. Rückständigkeit und Lethargie zu symbolisieren (vgl. entsprechende Ausführungen an anderer Stelle hier im Blog) ist sie erhaben; deshalb sitzt sie auch zurecht auf ihrem Sockel. Bamberg sollte einen Ankauf in Erwägung ziehen! Ja, und dann ist mir noch etwas ganz Spezielles aufgefallen, wieder am Heumarkt; da kann ich nur fragen: Was ist daaaaaas? Weiß jemand was über Hintergrund, Bedeutung, Bezüge?

Klausuren: Stand der Dinge

Die zwei Klausuren zu meinen Seminaren sind inzwischen korrigiert, Frau Heger hat die Noten ins FlexNow eingetragen. Diese müssen dann allerdings immer noch vom Prüfungsamt freigeschaltet werden. Die Klausur der Vorlesung (,Einführung in die Literaturvermittlung’) werde ich allerdings erst im Laufe des nächsten Monats korrigieren können. (Zwei Arbeiten wurden hier aufgrund besonderer Umstände vorgezogen.)

Feriensprechstunden

Meine Feriensprechstunden für die kommende vorlesungsfreie Zeit lege ich wie folgt fest:

Di, 5. August: 14.30-15.30

Mo, 25. August: 16.00-17.00

Bei größerem Andrang werden beide Termine ,open end’ angeboten.

Birding Hot Spots (2): Goldbergsee, beim Coburger Stadtteil Beiersdorf

6. Juli 2014 2 Kommentare
Am Goldbergsee, © hpecker

Am Goldbergsee, © hpecker

Infotafel zum NSG Goldbergsee

Infotafel zum NSG Goldbergsee

Der Goldbergsee wurde ursprünglich als Hochwasser-Rückhaltebecken geplant und Ende 2010 angestaut. Inzwischen ist um den Stausee ein großes, reich gegliedertes und insofern naturräumlich sehr unterschiedliches Verbund-Biotop entstanden (zu dem unterschiedliche Wasserlandschaften, Feuchtwiesen, Ruderalflächen, Felder und ein Wäldchen zählen), das für die heimische Vogelwelt, aber auch viele Durchzügler überragende Bedeutung besitzt. Norbert Theiss hat als Hobby-Ornithologe den Bestand des Gebiets akribisch erfasst und zumeist auch in vorzüglichen Bildern dokumentiert. Zu den Highlights zählen die vier heimischen Kehlchen-Arten als Brutvögel, ebenso ziehen hier Rohrweihe, Wasserralle, Pirol, Klappergrasmücke, diverse Stelzen, Bekassine, Kiebitz, Bluthänfling, Kuckuck (der natürlich brüten und füttern lässt!), Rot- und Schwarzmilan, Mäusebussard, Sperber, verschiedene Spechte und Schwalben und viele, viele weitere Arten mehr ihren Nachwuchs heran. Insgesamt scheint es derzeit über 90 Brutvogelarten zu geben. Im jahreszeitlichen Verlauf kommen viele häufige und seltene Gäste hinzu. Ein Teil des Goldbergsees ist für Badefreuden freigegeben, es gibt auch einen großen Parkplatz am Seeufer zwischen Coburg-Neuses und Beiersdorf. Die ornithologische Beschilderung ist vorbildlich. Leider trägt man, wie in Deutschland praktisch überall zu beklagen, den Belangen der Fotografen viel zu wenig Rechnung; es fehlt hierzulande einfach überall an gut getarnten vogelnahen Beobachtungsplätzen. Dieses Thema wird uns in diesem Blog künftig noch öfter beschäftigen, positive Beispiele aus dem Ausland folgen.

Unser Vogelbild zeigt – vielleicht! – eine Zitronenstelze, vielleicht aber auch nur eine juvenile Bachstelze. Hilfe von Experten ausdrücklich erwünscht! Die Zitronenstelze wäre für den Goldbergsee m.E. eine echte Überraschung, da dieser Vogel eigentlich in Asien zu Hause ist. Dennoch wäre sein Vorkommen nicht auszuschließen, breitet er sich doch seit Ende des letzten Jahrhunderts in Richtung Mitteleuropa aus. Laut Svensson u.a. sind isolierte Brutversuche für Mecklenburg und die Schweiz nachgewiesen. Bei Theiss (“Vögel am Goldbergsee/Coburg”, Fotobuch, ein Exemplar in der UB Bamberg) nicht belegt.

Zitronenstelze (?), © hpecker

Zitronenstelze (?), © hpecker

Nachwuchs bei Enten, Tauchern und Rallen

In diesen Tagen sieht man auf allen Gewässern stolze Eltern mit putzigem Nachwuchs; und natürlich halten alle die eigenen Blagen für die Schönsten … Die Bilder wurden in den letzten Tagen am Goldberg-See bei Coburg aufgenommen; zu diesem ,Hot Spot’ in Sachen Vogelbeobachtung folgt demnächst ein eigener Beitrag.

Blässhuhn:  Das muss zum Friseur! © hpecker

Blässhuhn: Das muss zum Friseur! © hpecker

Gerade geschlüpft © k.v. ecker

Gerade geschlüpft © k.v. ecker

Haubentaucher-Küken beim Ausritt © k.v. ecker

Haubentaucher-Küken beim Ausritt © k.v. ecker

Junge Stockenten

Junge Stockenten © k.v. ecker

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