Neue Reihe in der University of Bamberg Press: Bamberger Texte für Bühne und Film

Mit einer kommentierten, erläuterten und mit Materialien versehenen Edition von Bernhard Setzweins Theaterstück “Sahira oder Heinz vom Steins Fahrt ins Morgenland” habe ich gerade die neugegründete Buchreihe “Bamberger Texte für Bühne und Film” (BTBF) im University-Press-Verlag der Otto-Friedrich-Universität Bamberg eröffnet. Die Reihe soll es ermöglichen, thematisch wie ästhetisch relevante dramatische Texte einer interessierten Öffentlichkeit von Literatur- und Kulturwissenschaftlern, Film- und Theaterleuten sowie einem möglichst breiten Publikum preiswert zugänglich zu machen und zugleich zu erschließen. Wenn dadurch die Aufführungs- bzw. Verfilmungschancen der betreffenden Texte verbessert werden könnten, würde ich dies als Reihenherausgeber billigend in Kauf nehmen.

Den Auftakt der Reihe bildet die Edition eines Textes, der in mehr als einer Hinsicht Spannendes zu bieten hat. “Sahira” changiert als Auftragswerk für eine Festspiel-Aufführung, was seine Genrezugehörigkeit betrifft, zwischen historischem Drama, kritischem Volksstück und postmodernem Spektakel. Inhaltlich verknüpft es bayerische Lokalsagen mit den hochaktuellen Diskursen um ,Heilige Kriege’, ,Migration’ und ,Integration’. Das 2004 auraufgeführte Stück hat sich bereits vor einem Publikum bewährt und verdient es, wegen seiner gut kalkulierten Mischung von humanem Engagement, aufklärerischer Didaktik und guter Unterhaltung im Theaterbetrieb präsent gehalten zu werden.

Bernhard Setzwein war vor einigen Jahren Poetikprofessor in Bamberg.

Zeitung lesen macht schlau!

Ich habe in diesem Blog schon wiederholt darauf hingewiesen, dass Zeitunglesen für Germanisten ein unverzichtbarer Denksport ist. Man wird dabei gegen alle genetischen bzw. in Schule und Uni erworbenen Widerstände gegen Bildung unvermeidlich schlauer. Sogar Professoren, die beinahe sowieso schon alles wissen. Das wurde mir gestern wieder einmal eindrücklich demonstriert: Bislang war ich immer davon ausgegangen, dass ,Doktorowski’ ein akademischer Titel ist, den slawistische Institute vergeben. Weit gefehlt! Im ,Fränkischen Tag’ (Ausgabe vom 18. Sept., S. 24) stand nachzulesen, dass so der neue Trainer vom RSC Oberhaid heißt, einem Fußballverein der Kreisklasse Bamberg, Gruppe 1. Staun, staun! So wünschen wir dem Verein und seinem neuen Coach eine gedeihliche Zusammenarbeit und viele Triumphe, genau genommen den Durchmarsch in die zweite Bundesliga! Mindestens.

Idee für Masterarbeit, Arbeitstitel “Die 68er sind an allem schuld …”

Wer Lust hat, sich mit experimentellen Zeitschriften im Vorfeld der 68er Studentenrevolution unter bestimmten wissenschaftlichen Fragestellungen zu beschäftigen, kann mich im kommenden Semester gerne einmal auf das Thema ansprechen. Dafür gibt es in Bamberg interessante Kontakte.

Zukunft von Homepage und Blog

Die letzten Mailwechsel in Sachen Blog bzw. Homepage meiner Professur lassen stark hoffen, dass wir allmählich wieder in konstruktives Fahrwasser geraten. Dabei wird mein Web-Auftritt auf den Uniseiten auf Vordermann zu bringen und gleichzeitig zu definieren sein, welche Funktionen besser vom Blog zu erfüllen sind. Im Vorfeld der konkreten Arbeit fordere ich die Studierenden auf mir mitzuteilen, welche Informationen für sie besonders relevant sind und welche Probleme beim alltäglichen Umgang mit den Uni-Webseiten gegebenenfalls auftreten, so dass dies bei der Neugestaltung des Web-Auftritts und einer Korrektur der Ausrichtung des Blogs nach Möglichkeit berücksichtigt werden kann. Anregungen sind absolut willkommen. Für das feed back kann die Kommentar-Funktion des Blogs genutzt werden, Sie können mir aber auch gerne per Mail oder Schneckenpost schreiben.

(Wegen der Teilnahme an einer Exkursion werde ich in der nächsten Woche nicht auf Zuschriften reagieren können.)

Interessante Exkursionsziele auf Schlagdistanz

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Die letzten vorlesungsfreien Tage kann man u.a.  für interessante Ausflüge ins Bamberger Umland nutzen, am besten gemeinsam mit einigen KommilitonInnen. Ein lohnendes Ziel ist auf alle Fälle die oberfränkische Festungsstadt Kronach mit ihrer spannenden, auf vielfältige Weise mit Bamberg verflochtenen Geschichte. Höhepunkt (im mehrfachen Sinne!) ist dabei ein Besuch der Veste, nehmen Sie unbedingt eine Führung wahr (Zeiten im Netz!) und lassen Sie sich auch die Ausstellungen nicht durch die Lappen gehen. Immerhin ist Kronach die Heimat des altdeutschen Maler-Genies Cranach.

Kommentar des VP Lehre zu meinem letzten Blog-Beitrag

17. September 2014 1 Kommentar

Mich hat per Mail die Bitte des Kollegen Kempgen  von der Hochschulleitung erreicht, meine Interpretation einer Anweisung zur Gestaltung des studienrelevanten Informationsflusses richtig zu stellen. Ich drucke seine Interpretation der ergangenen Anweisung gerne nachfolgend ab, um Lesern dieses Blogs ein möglichst objektives Bild der Lage zu  bieten. Für mich bleibt nach wie vor allerdings das Problem bestehen, dass die dienstrechtlichen Konsequenzen jener Anweisung in der Grauzone eines informellen Diskurses zwischen öffiziösen Verlautbarungen und persönlichen Kommentaren zur bestmöglichen Handhabung von diversen Problemen universitärer Praktiken, Absprachen und Verhaltensroutinen kaum zu überschauen sind. Meines Wissens ist bislang im Zusammenhang mit der Informationspolitik dieses Blogs noch kein praktisches Problem aufgetreten; insofern weiß ich auch gar nicht, welchen ,Gefahren’ besagte Anweisung vorbeugen will. Am Rande weise ich noch einmal darauf hin, dass die Handhabung des offiziellen Webseiten-Formats der Uni relativ kompliziert, unflexibel und für viele sachliche Erörterungen und studientechnische Funktionen ungeeignet ist, die in meinem Blog seit Jahren verhandelt werden. Es ist m.E. auch nicht realistisch bzw. ernsthaft zu erwarten, dass jeder in einem gewissen Sinn ,studienrelevante’ Beitrag des Blogs auch auf der offiziellen Homepage aufscheint. Ich habe also ein echtes ,Umsetzungsproblem’ mit besagter Anweisung. (Man hätte dieses Umsetzungsproblem vielleicht vermeiden können, wenn man vor der Absendung der Anweisung mit mir geredet hätte.) In dieser Situation fühle ich mich auf der ,sicheren Seite’, auch im weiteren Sinne studienrelevante Artikel aus meinem privaten Blog zu entfernen.

Nun aber wie angekündigt das Schreiben des VP Lehre (Zeilenanordnung automatisch verändert, Zitat von mir kursiviert) :

Lieber Herr Ecker, ich habe in IhremBlog gelesen, wie Sie das Schreiben der Unileitung zu dienstlichen Informationen aufgefasst bzw. wiedergegeben haben und moechte dazu doch – aus dem Urlaub heraus- kurz etwas sagen. Auf privaten Webseiten kann man tun und lassen was man will – dort gilt das eigene Impressum und die eigene Zustaendigkeit. Aber dienstliche Informationen wie z.B. Infos ueber Pruefungen usw. gehoeren auf die dienstliche Webseite. Ob sie darueber hinaus auch noch woanders stehen, kann und muss die Unileitung nicht wissen. Es muss aber sichergestellt sein, dass alle dienstlichen Informationen primaer zunaechst einmal auf den offiziellen Uni-Webseiten stehen. Studierende, die um Auskunft nachsuchen, darauf hinzuweisen, das stehe doch im privaten Blog, das geht even nicht. Dort veroeffentlichte Auskuenfte koennen richtig oder falsch sein, schaffen aber Vertrauenstatbestaende. Wer aber haftet fuer falsche Auskuenfte auf privaten Blogs? Jedenfalls nicht die Uni, und Ansprueche gegen Verwaltungsstellen der Uni erwachsen Studierenden aus privaten Blogs nicht. Ich wuerde Sie sehr herzlich bitten, nicht faelschlich zu behaupten, die Unileitung habe verboten, solche Infos auch ausserhalb des offiziellen Webauftrittes der Uni zu verbreiten – das ist leider eine nicht zutreffende Lesart des Ihnen zugegangenen Schreibens. Der Unileitung muss aber daran gelegen sein, dass der offizielle dienstliche Webauftritt so aktuell wie korrekt ist und fuer dienstliche Zwecke eben auch genutzt wird. In diesem Sinne bitte ich um Verstaendnis dafuer, dass die Unileitung alle Mitglieder der Universitaet noch einmal darueber informiert hat, wie der Webauftritt der Uni zu nutzen ist, genutzt werden sollte. Das jemand daneben auch alternative Medien zusaetzlich benutzt, war und bleibt jedem unbenommen, und jedes Engagement fuer umfassende, schnelle und ansprechende Informationen wissen wir zu schaetzen. Mit herzlichem Gruss, Sebastian Kempgen

Schade! Verwaltung unterbindet informellen Informationsfluss an Studierende

15. September 2014 3 Kommentare

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen! In den letzten Jahren habe ich dieses Blog dazu benutzt, Ihnen zahlreiche, mit Sicherheit hilfreiche und nützliche Informationen zum Studium, zu den Prüfungen, über Veranstaltungen, spezielle Angebote wissenschaftlicher und berufsbezogener Art usw. usw. zukommen zu lassen. Ferner war es mir ein Anliegen, Sie auf interessante ästhetische, politische, soziale und naturwissenschaftliche Phänomene aufmerksam zu machen. Nebenbei diente mein Blog natürlich auch dazu, potentiellen Interessenten am Hochschulstandort Bamberg einen Eindruck vom reichen kulturellen und sozialen Leben an unserer Universität zu vermitteln. Mit all dem wird es in Zukunft vorbei sein; ich werde mir gut überlegen, ob es überhaupt besser wäre, die Seite komplett einzustellen.

Grund: Ein Schreiben, das mir eben gerade von unserer Hochschulleitung zugegangen ist, verbietet die Vermittlung studienrelevanter Informationen auf privaten Internetseiten. Dergleichen soll zukünftig ausschließlich über die offiziellen Seiten der Universität verbreitet werden. In der Praxis erweist sich deren Handhabung aber als kompliziert; ihr Format ist sperrig und wenig flexibel, außerdem ändert es sich alle paar Jahre. Kurzum: Sie werden leider ab heute auf zahlreiche ,Serviceleistungen’ verzichten müssen. Beachten Sie deshalb zukünftig verstärkt die Aushänge an meinem Brett und an dem meines Sekretariats.

Ich bin traurig und ziemlich frustriert.

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