Zeitung lesen macht schlau!

Ich habe in diesem Blog schon wiederholt darauf hingewiesen, dass Zeitunglesen für Germanisten ein unverzichtbarer Denksport ist. Man wird dabei gegen alle genetischen bzw. in Schule und Uni erworbenen Widerstände gegen Bildung unvermeidlich schlauer. Sogar Professoren, die beinahe sowieso schon alles wissen. Das wurde mir gestern wieder einmal eindrücklich demonstriert: Bislang war ich immer davon ausgegangen, dass ,Doktorowski’ ein akademischer Titel ist, den slawistische Institute vergeben. Weit gefehlt! Im ,Fränkischen Tag’ (Ausgabe vom 18. Sept., S. 24) stand nachzulesen, dass so der neue Trainer vom RSC Oberhaid heißt, einem Fußballverein der Kreisklasse Bamberg, Gruppe 1. Staun, staun! So wünschen wir dem Verein und seinem neuen Coach eine gedeihliche Zusammenarbeit und viele Triumphe, genau genommen den Durchmarsch in die zweite Bundesliga! Mindestens.

Idee für Masterarbeit, Arbeitstitel “Die 68er sind an allem schuld …”

Wer Lust hat, sich mit experimentellen Zeitschriften im Vorfeld der 68er Studentenrevolution unter bestimmten wissenschaftlichen Fragestellungen zu beschäftigen, kann mich im kommenden Semester gerne einmal auf das Thema ansprechen. Dafür gibt es in Bamberg interessante Kontakte.

Zukunft von Homepage und Blog

Die letzten Mailwechsel in Sachen Blog bzw. Homepage meiner Professur lassen stark hoffen, dass wir allmählich wieder in konstruktives Fahrwasser geraten. Dabei wird mein Web-Auftritt auf den Uniseiten auf Vordermann zu bringen und gleichzeitig zu definieren sein, welche Funktionen besser vom Blog zu erfüllen sind. Im Vorfeld der konkreten Arbeit fordere ich die Studierenden auf mir mitzuteilen, welche Informationen für sie besonders relevant sind und welche Probleme beim alltäglichen Umgang mit den Uni-Webseiten gegebenenfalls auftreten, so dass dies bei der Neugestaltung des Web-Auftritts und einer Korrektur der Ausrichtung des Blogs nach Möglichkeit berücksichtigt werden kann. Anregungen sind absolut willkommen. Für das feed back kann die Kommentar-Funktion des Blogs genutzt werden, Sie können mir aber auch gerne per Mail oder Schneckenpost schreiben.

(Wegen der Teilnahme an einer Exkursion werde ich in der nächsten Woche nicht auf Zuschriften reagieren können.)

Interessante Exkursionsziele auf Schlagdistanz

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Die letzten vorlesungsfreien Tage kann man u.a.  für interessante Ausflüge ins Bamberger Umland nutzen, am besten gemeinsam mit einigen KommilitonInnen. Ein lohnendes Ziel ist auf alle Fälle die oberfränkische Festungsstadt Kronach mit ihrer spannenden, auf vielfältige Weise mit Bamberg verflochtenen Geschichte. Höhepunkt (im mehrfachen Sinne!) ist dabei ein Besuch der Veste, nehmen Sie unbedingt eine Führung wahr (Zeiten im Netz!) und lassen Sie sich auch die Ausstellungen nicht durch die Lappen gehen. Immerhin ist Kronach die Heimat des altdeutschen Maler-Genies Cranach.

Kommentar des VP Lehre zu meinem letzten Blog-Beitrag

17. September 2014 1 Kommentar

Mich hat per Mail die Bitte des Kollegen Kempgen  von der Hochschulleitung erreicht, meine Interpretation einer Anweisung zur Gestaltung des studienrelevanten Informationsflusses richtig zu stellen. Ich drucke seine Interpretation der ergangenen Anweisung gerne nachfolgend ab, um Lesern dieses Blogs ein möglichst objektives Bild der Lage zu  bieten. Für mich bleibt nach wie vor allerdings das Problem bestehen, dass die dienstrechtlichen Konsequenzen jener Anweisung in der Grauzone eines informellen Diskurses zwischen öffiziösen Verlautbarungen und persönlichen Kommentaren zur bestmöglichen Handhabung von diversen Problemen universitärer Praktiken, Absprachen und Verhaltensroutinen kaum zu überschauen sind. Meines Wissens ist bislang im Zusammenhang mit der Informationspolitik dieses Blogs noch kein praktisches Problem aufgetreten; insofern weiß ich auch gar nicht, welchen ,Gefahren’ besagte Anweisung vorbeugen will. Am Rande weise ich noch einmal darauf hin, dass die Handhabung des offiziellen Webseiten-Formats der Uni relativ kompliziert, unflexibel und für viele sachliche Erörterungen und studientechnische Funktionen ungeeignet ist, die in meinem Blog seit Jahren verhandelt werden. Es ist m.E. auch nicht realistisch bzw. ernsthaft zu erwarten, dass jeder in einem gewissen Sinn ,studienrelevante’ Beitrag des Blogs auch auf der offiziellen Homepage aufscheint. Ich habe also ein echtes ,Umsetzungsproblem’ mit besagter Anweisung. (Man hätte dieses Umsetzungsproblem vielleicht vermeiden können, wenn man vor der Absendung der Anweisung mit mir geredet hätte.) In dieser Situation fühle ich mich auf der ,sicheren Seite’, auch im weiteren Sinne studienrelevante Artikel aus meinem privaten Blog zu entfernen.

Nun aber wie angekündigt das Schreiben des VP Lehre (Zeilenanordnung automatisch verändert, Zitat von mir kursiviert) :

Lieber Herr Ecker, ich habe in IhremBlog gelesen, wie Sie das Schreiben der Unileitung zu dienstlichen Informationen aufgefasst bzw. wiedergegeben haben und moechte dazu doch – aus dem Urlaub heraus- kurz etwas sagen. Auf privaten Webseiten kann man tun und lassen was man will – dort gilt das eigene Impressum und die eigene Zustaendigkeit. Aber dienstliche Informationen wie z.B. Infos ueber Pruefungen usw. gehoeren auf die dienstliche Webseite. Ob sie darueber hinaus auch noch woanders stehen, kann und muss die Unileitung nicht wissen. Es muss aber sichergestellt sein, dass alle dienstlichen Informationen primaer zunaechst einmal auf den offiziellen Uni-Webseiten stehen. Studierende, die um Auskunft nachsuchen, darauf hinzuweisen, das stehe doch im privaten Blog, das geht even nicht. Dort veroeffentlichte Auskuenfte koennen richtig oder falsch sein, schaffen aber Vertrauenstatbestaende. Wer aber haftet fuer falsche Auskuenfte auf privaten Blogs? Jedenfalls nicht die Uni, und Ansprueche gegen Verwaltungsstellen der Uni erwachsen Studierenden aus privaten Blogs nicht. Ich wuerde Sie sehr herzlich bitten, nicht faelschlich zu behaupten, die Unileitung habe verboten, solche Infos auch ausserhalb des offiziellen Webauftrittes der Uni zu verbreiten – das ist leider eine nicht zutreffende Lesart des Ihnen zugegangenen Schreibens. Der Unileitung muss aber daran gelegen sein, dass der offizielle dienstliche Webauftritt so aktuell wie korrekt ist und fuer dienstliche Zwecke eben auch genutzt wird. In diesem Sinne bitte ich um Verstaendnis dafuer, dass die Unileitung alle Mitglieder der Universitaet noch einmal darueber informiert hat, wie der Webauftritt der Uni zu nutzen ist, genutzt werden sollte. Das jemand daneben auch alternative Medien zusaetzlich benutzt, war und bleibt jedem unbenommen, und jedes Engagement fuer umfassende, schnelle und ansprechende Informationen wissen wir zu schaetzen. Mit herzlichem Gruss, Sebastian Kempgen

Schade! Verwaltung unterbindet informellen Informationsfluss an Studierende

15. September 2014 3 Kommentare

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen! In den letzten Jahren habe ich dieses Blog dazu benutzt, Ihnen zahlreiche, mit Sicherheit hilfreiche und nützliche Informationen zum Studium, zu den Prüfungen, über Veranstaltungen, spezielle Angebote wissenschaftlicher und berufsbezogener Art usw. usw. zukommen zu lassen. Ferner war es mir ein Anliegen, Sie auf interessante ästhetische, politische, soziale und naturwissenschaftliche Phänomene aufmerksam zu machen. Nebenbei diente mein Blog natürlich auch dazu, potentiellen Interessenten am Hochschulstandort Bamberg einen Eindruck vom reichen kulturellen und sozialen Leben an unserer Universität zu vermitteln. Mit all dem wird es in Zukunft vorbei sein; ich werde mir gut überlegen, ob es überhaupt besser wäre, die Seite komplett einzustellen.

Grund: Ein Schreiben, das mir eben gerade von unserer Hochschulleitung zugegangen ist, verbietet die Vermittlung studienrelevanter Informationen auf privaten Internetseiten. Dergleichen soll zukünftig ausschließlich über die offiziellen Seiten der Universität verbreitet werden. In der Praxis erweist sich deren Handhabung aber als kompliziert; ihr Format ist sperrig und wenig flexibel, außerdem ändert es sich alle paar Jahre. Kurzum: Sie werden leider ab heute auf zahlreiche ,Serviceleistungen’ verzichten müssen. Beachten Sie deshalb zukünftig verstärkt die Aushänge an meinem Brett und an dem meines Sekretariats.

Ich bin traurig und ziemlich frustriert.

Wir trauern um Thomas Becker

13. September 2014 2 Kommentare

Auch 14 Tage nach dem schrecklichen Unfall Thomas Beckers stehe ich – wie wohl die meisten Kolleginnen und Kollegen – noch unter dem Eindruck dieser Nachricht. Nachfolgend ein von Stefanie Stricker und Helmut Glück verfasster Nachruf, der auch meine Gedanken und Gefühle zum Ausdruck bringt.

Nachruf

Prof. Dr. Thomas Becker ist tot.

Der Lehrstuhl und alle Mitglieder des Fachbereichs Deutsche Sprachwissenschaft sowie des Instituts für Germanistik trauern um Prof. Dr. Thomas Becker, der am 31.8.2014 im Alter von 59 Jahren bei einem Unfall völlig unvermittelt aus dem Leben gerissen wurde. Durch seinen Tod haben wir einen guten Chef, einen beliebten Hochschullehrer, einen großen Wissenschaftler und einen liebenswürdigen Kollegen verloren. Wir sind unendlich traurig und werden ihn sehr vermissen.
Thomas Becker wurde am 2. August 1955 in München geboren. Er verstarb am 31. August 2014 in Rethymnon, Kreta. Die Beisetzung wird am 12. September 2014 in Bamberg stattfinden.
Thomas Becker ging in München zur Schule. Dort bestand er 1974 am Wilhelmsgymnasium das Abitur. Danach studierte er an der LMU München germanistische und theoretische Linguistik, Logik sowie Wissenschaftstheorie. 1980/1981 ging er für ein Jahr an die Universität Edinburgh. Das Studium schloss er 1983 in München mit dem Magister Artium ab.
Nach seinem Examen stellte ihn Elmar Seebold als wissenschaftlichen Mitarbeiter an der LMU an. 1988 wurde er mit dem Prädikat summa cum laude zum Doktor phil. promoviert. Seine Dissertation Analogie und morphologische Theorie erschien 1992 im Druck. Es folgten die Ernennung zum Wissenschaftlichen Assistenten und 1995 zum Oberassistenten (bis 2002) bei Theo Vennemann . 1995 habilitierte er sich mit der venia legendi für Germanistische Linguistik mit einer Monographie über Das Vokalsystem der deutschen Standardsprache (1998 im Druck erschienen).
Nach seiner Habilitation hatte er zunächst Gastprofessuren an der Universität Stuttgart (1996), 2000 an der University of Wisconsin-Madison (2000) als “Max Kade Distinguished Visiting Professor” und an der University of Calgary (2000). 2002 vertrat er eine C3-Professur an der Universität Erlangen, 2003 lehrte er als Visiting Professor an der University of Georgia in Athens. 1998 wurde er für zwei Jahre in den Beirat der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft gewählt.
Die Universität Rostock berief Thomas Becker im Jahr 2002 auf den Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Rostock als Nachfolger von Dieter Nerius. 2004/2005 wirkte er dort als Direktor des Instituts für Germanistik und als Mitglied des Fakultätsrates.
2005 berief ihn die Universität Bamberg auf den Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft als Nachfolger von Rolf Bergmann. Es war mehrfach Sprecher der Fachgruppe Germanistik, Mitglied des Fachbereichsrates der Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaft, und er nahm viele Funktionen in den Gremien der universitären Selbstverwaltung wahr, u. a. im Promotionsausschuss. 2007 nahm er ein Kurzzeitdozentur an der Université de Caen Basse-Normandie wahr. Als Lehrer war er beliebt und nachhaltig wirkend, wie sich auch darin zeigt, dass er ein Lehrbuch “Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen” verfasste, als Forscher war er erfolgreich. Auf seinen Gebieten, der Phonologie und der Morphologie des Deutschen sowie der Argumentationstheorie, war er einer der besten Köpfe unseres Landes.
Wir verlieren mit Thomas Becker einen hochgeschätzten, fachlich vorbildlichen, klugen, intellektuell bereichernden und liebenswerten Kollegen und Freund, den wir sehr vermissen.
Thomas Becker war mit Petra Becker verheiratet. Sie haben zwei Töchter, Luisa und Cristina. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl.
Stefanie Stricker Helmut Glück

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