Checkliste für Hausarbeiten

Im Hinblick auf die kommenden Wochen hat man mich gebeten, im Blog ein paar Tipps für Hausarbeiten zu geben. Die folgenden Stichworte sollen Erinnerungshilfen sein, an Dinge zu denken, die man ja eigentlich im Laufe des Grundkurses gelernt haben sollte. Zentrale Dimensionen meiner Bewertung:

a) Wissenschaftliche Form (Layout, Zitierweise etc.)
b) Sprachliche Richtigkeit und Stil
c) Fragestellung und Konzeption
d) Intensität von Recherche und Themenbehandlung
e) Logik und Stringenz der Argumentation

Checkliste für Hausarbeiten – oder: Wie vermeide ich die häufigsten Fehler?

1 Formale Korrektheit
• Fußnoten sollte man nicht nur zum Zitatnachweis nutzen, sondern auch für Erläuterungen, Exkurse etc.; Fußnotentext in 10-Punkt-Schrift bei Times Roman!
• Professionelles Layout (keine Uneinheitlichkeiten in der Gestaltung, Mini-Absätze oder – im Gegenteil – gar keine bzw. zu wenige Absätze pro Seite, kein Trennprogramm durchgeführt, Überschriftenlayout ungünstig: z.B. werden Überschriften nicht unterstrichen und auch nicht übermäßig groß gesetzt, Abstände zwischen Absätzen/ Überschriften/ eingerückten Zitaten und Fließtext ungünstig gewählt, keine Serifenschrift gewählt, Zeichenformatierung zu groß oder zu klein …)
• Zitierweise (Fehler bei Gestaltung eingerückter Zitate: keine 11 Punkt-Schrift, Anführungszeichen nicht getilgt, in der Regel erfolgt keine Auslassungsmarkierung in eckigen Klammern am Anfang und am Ende von Zitaten; dass vor oder hinter einem Zitat noch was folgt, ist ja im Grunde selbstverständlich!)
• Absatzmarkierung ungeschickt (z.B. zu viel ,Luft’ zwischen einzelnen Absätzen, fehlende Einheitlichkeit etc.)
• Hochzahlen sollten aus ästhetischen Gründen immer nach den Satzzeichen gesetzt werden!
• Zitate nicht zur Zitat-Kennzeichnung kursivieren! (Auch nicht bei Gedichten oder Dramenversen!)
• Tipp-Konventionen beachten! (Doppel-Leeranschläge, fehlende Leeranschläge nach Satzzeichen, Trenn- und Bindestrich sind kürzer als Gedankenstrich, Konventionen für Anführungszeichen in deutschen und engl. Texten etc.)
• Titel in Anführungszeichen oder noch besser: kursiviert
• Zitat im Zitat in einfachen Anführungszeichen
• Uneigentlicher Wortgebrauch in einfachen Anführungszeichen
• Auslassungen oder Einfügungen in Zitaten in eckigen Klammern
• Intensivierungen durch Kursivdruck markieren (nicht unterstreichen!)
Flüchtigkeitsfehler abstellen! (sorgfältiges Korrekturlesen wird unbedingt erwartet!)
• Seitenzahlen nicht vergessen (am besten oben rechts platzieren)
• Deckblatt mit allen wichtigen Angaben versehen
• Inhaltsverzeichnis und Literaturverzeichnis (einheitliche Schriftgröße, ohne Schnickschnack wie Buch-Ikons vor den einzelnen Angaben zur Sekundärliteratur etc. Eine wissenschaftliche Arbeit ist kein Poesie-Album!)

2 Sprachliche Richtigkeit

• auf korrekte Zeichensetzung achten (eine Lektüre der Komma-Regeln im Duden schadet nie!)
Bezüge (im Satz, zwischen Folgesätzen) richtig handhaben, Ambivalenzen vermeiden, den Leser nie im Unklaren lassen, worauf sich eine Aussage bezieht!
Thema-Rhema-Regeln beachten! (Wann steht der bestimmte, wann der unbestimmte Artikel?)
• Rechtschreibung (problematische Worte im Duden nachschlagen, das/dass-Verwechslungen unbedingt vermeiden!)
• Schlechter Satzbau (syntaktische Konstruktion misslungen oder überkomplex); Abhilfe: Gedanken entzerren; Monster-Sätze zerlegen; nicht alle Gedanken in einen einzigen Satz stopfen wollen!); falsche Tempora (z.B. Vorzeitigkeitsverhältnisse korrekt abbilden, bei der Darstellung von historischen Sachverhalten z.B. nicht einfach unversehens ins vergegenwärtigende Präsens fallen), falsche Modi (Konjunktiv in indirekter Rede; machen Sie klar, ob Sie selber einer bestimmten Ansicht sind oder nur die Autorin einer bestimmten Quellenschrift, deren Position Sie aber eigentlich ablehnen)
• Ausdruck (häufiger Fehler: treffende Bezeichnung nicht gefunden); seien Sie nicht denkfaul: Ihr Wortschatz ist größer als Sie glauben!
• eine ,blumige’ Ausdrucksweise ebenso vermeiden wie schiefe Metaphern und Stilblüten!

3 Stilistische Eleganz
• Wiederholungen vermeiden (einzelne Wörter, aber auch syntaktische Fügungen); das hat man im Prinzip in der Grundschule (4. Klasse) trainiert – warum hat man diese stilistische Basiskompetenz sich dann wieder auf dem Gymnastium abgewöhnt?
• Nominalstil, zu viele Passiv-Konstruktionen: das Aktiv sollte im Deutschen der normale Aussage-Modus sein, Hilfsverben nicht häufig (möglichst gar nicht) in Vollverb-Funktion einsetzen: sie sind immer blässlich!

• Umständliche Formulierungen, nicht zur Sache kommen, mehr darüber schreiben, was man alles sagen will, als endlich die Aussage zum Sachverhalt selbst machen (zu langatmige ,Regie-Bemerkungen’)
• Abgleiten in Slang
• Telegrammstil/Stichwortlisten, Passagen nicht ausformuliert
• Fremdwortinflation, protziger Pseudo-Wissenschaftsjargon
• Satzungeheuer
• Einfachstsätze, fehlende Strukturierung des Argumentationsgangs durch zu wenig Konjunktionen (= Problem bei der sog. Vertextung)
• Floskeln, formelhafte Wendungen, unnötige Füllwörter, Superlative (Verwendung von ,Unworten’ wie “beinhaltet”)
• Emotional, Stil eines Schüler-Erlebnisaufsatzes, die Ausstellung persönlicher Betroffenheit ist in der Regel zu vermeiden
• Sachlich-wissenschaftlicher Stil verfehlt

4 Argumentative Stringenz
• unvermittelte Gedankensprünge, überraschende Themenwechsel oder Wechsel der Bezugsfelder, ohne die Leser hinreichend zu informieren
• einzelne Arbeitsschritte besser verbinden, den logischen Zusammenhang der Einzelschritte deutlich machen
• Verstöße gegen die Logik (Widersprüche etc.)

5 Inhaltliche Qualität
• Literaturliste zu „dünn“
• sehr häufiger Mangel von Hausarbeiten: es wurde nicht nach Aufsätzen in Fachzeitschriften recherchiert (viele Hausarbeiten stützen sich nur auf Literatur, die im Seminar-Apparat steht oder über OPAC gefunden werden kann; die aktuelle wissenschaftliche Diskussion findet aber zumeist in Fachzeitschriften statt)
• Feststellungen mitunter oder sogar oft pauschalisierend (diese Tendenz erinnert stark an Schüler-Aufsätze)
• Präzisere Aussagen erwünscht (hinsichtlich der verwendeten Begrifflichkeit, aber auch hinsichtlich von Einzelelementen der Aussage: Ortsangaben, Belege, Namen, genaue zeitlich-epochale Zuordnungen etc.)
• Redundanzen
• Zu wenig selbständig in der Fragestellung und Gedankenführung
• Zu viele direkte Zitate bis hin zur reinen Zitat-Montage (= zu wenig Eigenleistung)
• Themenkonzeption misslungen, z.B. weil die Forschungsfrage nicht zum Gegenstand passt, zu einfach oder zu schwierig ist, keinen Raum für interessante Gedanken lässt, das Thema schon ,ausgelutscht’ ist
• Charakter einer wissenschaftlichen Arbeit verfehlt (statt dessen abgeliefert: Schüleraufsatz, journalistischer Essay, politisches Manifest, existentielles Bekenntnis, literarischer Beitrag ….)

Interesse an Auslandsstudium?

Nachfolgend eine Mail an mich, die interessieren könnte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius vergibt in diesem Jahr zum zweiten Mal die „Arnold Heidsieck Scholarships“ für ein- oder zweisemestrige Studienaufenthalte an amerikanischen Universitäten. Die Stipendien richten sich an Bachelor-Studierende der Geisteswissenschaften, die an einer deutschen Universität studieren und dabei den Schwerpunkt auf deutsche Kultur, Sprache, Geschichte, Musik oder Kunst legen. Anbei finden Sie die aktuelle Ausschreibung als PDF-Dokument. Wir möchten Sie um Ihre Unterstützung bitten und wären Ihnen dankbar, wenn Sie diese Informationen an geeignete Kandidaten weiterleiten könnten. Die Bewerbungsunterlagen und weitere Auskünfte zum Programm finden Sie unter www.zeit-stiftung.de/heidsieck.

Die Bewerbungsfrist endet am 20. März 2015.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Anna Hofmann
Programmleiterin Förderbereich Wissenschaft und Forschung; ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Feldbrunnenstraße 56
20148 Hamburg
Tel.: 040 41336785; Fax: 040 41336740
E-Mail: hofmann@zeit-stiftung.de
http://www.zeit-stiftung.de

Auf ein gutes Neues!

Ich hoffe, Sie sind alle im Neuen Jahr so gut angekommen wie ich, der ich überdies während der letzten Tage einigermaßen fleißig gewesen bin: Alle vor Weihnachten abgegebenen Hausarbeiten sind korrigiert und werden ab morgen ins FlexNow eingegeben. Bis die Noten dann für Sie sichtbar werden, dauert das bekanntlich aufgrund der notwendigen Prozeduren ein paar Tage. Von Vorab-Anfragen zur Benotung bitte ich vorläufig Abstand zu nehmen, weil ich meine Zeit gerne primär für die Stellung von Prüfungsthemen und die Korrektur von Abschlussarbeiten nutzen würde. Ich hoffe sehr, bis zum Ende der Woche auch hinsichtlich der aus dem letzten Jahr datierenden Abschlussarbeiten einen reinen Tisch vorweisen zu können.

Morgen sieht man sich im Oberseminar, außerdem im Bestseller-Seminar, wobei nach meiner Buchführung das Marketing-Thema angesagt ist. (Ich hatte einige einschlägige Erkundigungen.) Am Donnerstag steht im Hauptseminar die ,Ahasver II-Sitzung’ an.

Frohe Weihnachtstage und ein gutes Neues Jahr!

… wünsche ich allen LeserInnen dieses Blogs!

(In den Weihnachtstagen hoffe ich meinerseits, den Berg der in den letzten Tagen eingegangenen Haus- und Abschlussarbeiten einigermaßen abtragen zu können. Die Erfolge sollten gegen Mitte Januar im FlexNow erkennbar sein.)

Fehler behoben, hoffentlich auf Dauer

Im Moment scheinen wieder alle Verbindungen zu funktionieren; ich hoffe, dass es kommende Woche keine neuerlichen Verwerfungen geben wird, wenn mein Internet-Zugang auf ein schnelleres Kabel umschaltet.

Fehlermeldung

Bin seit gestern bei meinem Computer zu Hause ohne Internet-Verbindung und damit auch ohne Mail-Zugang. Ich schaue mir meine Mails natürlich über den Büro-Computer an, aber eben nicht in der gewohnten Frequenz. Das Problem wird noch ein paar Tage andauern.

Erinnerung an Anmeldefrist zu den Lehrveranstaltungsprüfungen

Korrektur: die Anmeldefrist läuft vom 26. Januar 2015 bis 6. Februar 2015. Grund der Korrektur: Umstellungen im FlexNow.

[Alte, inzwischen überholte Fristsetzung: Anmeldungen zu den Lehrveranstaltungen im FlexNow sind in der Zeit vom 5. – 19. Januar 2014 möglich. Auch bei Lehrveranstaltungen, in denen keine “Prüfung” im herkömmlichen Sinne stattfindet, ist eine Anmeldung im FlexNow zur “Prüfung” zwingend erforderlich, wenn der Erwerb von ECTS Punkten angestrebt wird. (Das erscheint nur Menschen unlogisch, die unser Hochschulsystem nicht kennen…)]

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